Eine Leistung von 3300 MW wurde am Samstag ins österreichische Stromnetz eingespeist. Damit ist ein neuer Rekord erreicht, wie der österreichische Verband IG Windkraft mitteilt. Auffällig sind dabei – wie auch in Deutschland – die regionale Unterschiede.
Denn der Windkrekord bewirkte einen deutlichen Stromexport der östlichen Bundesländer, während die Bundesländer im Westen Österreichs durchgehend Strom importieren mussten. "Es wird Zeit, dass die Bundesländer beim Ausbau der erneuerbaren Energien aus dem Winterschlaf erwachen und die Rahmenbedingungen für eine günstige und leistbare Stromerzeugung zur Verfügung stellen", fordert daher Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft.
Drei windstromstärkste Tage
Der Grund für die Spitzenleistungen: Am vergangenen Samstag stürmte es in Österreich kräftig. Noch nie war so viel Windkraftleistung gleichzeitig mit Volllast am Netz. In Summe konnten nach Angaben von IG Windkraft 68,7 Mio. kWh Windstrom erzeugt werden – und damit 44,4 Prozent des Strombedarfs gedeckt werden.
Das Jahr 2023 brachte damit die drei windstromstärksten Tage überhaupt (10.1.: 70,4 Mio. kWh und 4.2.: 71 Mio. kWh). "Dies zeigt wieder einmal das große Stromerzeugungspotenzial, das in der Windkraft steckt, gerade im Winterhalbjahr, wenn zwei Drittel des Windstroms erzeugt werden", so Verbandsvertreter Moidl.
Westen musste importieren
Die hohe Windstromerzeugung bringe allerdings nur den östlichen Bundesländern einen Vorteil. Während Niederösterreich und das Burgenland über weite Strecken des Tages weit mehr als 1000 MW Leistung für den Stromexport am Netz hatte, mussten die Bundesländer im Westen Österreichs hohe Strommengen importieren.
"Gerade die Bundesländer mit hoher Wasserkrafterzeugung würden von einem Ausbau der Windkraft stark profitieren, da die Windkraft den Stromimport im Winterhalbjahr deutlich senken kann."
Hoher Anteil auch in Deutschland
Auch in Deutschland war dieser Tage eine hohe Einspeisung von Windenergie zu verzeichnen. So betrug der Anteil von erneuerbaren Energien im Stromnetz am Montag rund 75 Prozent, wie Marktdaten der Bundesnetzagentur zeigen. Der Anteil von Windenergie betrug dabei knapp 58 Prozent.
Am Samstag hatte der Anteil von Windstrom noch bei 35 Prozent gewesen, während es am Sonntag knapp 41 Prozent waren. (jk)
