Zwei Wochen mussten rund 40 Mieter in einem Haus in Osnabrück ohne Strom auskommen. Nun ist der Weg frei gemacht worden für die Reparatur. Am Donnerstag sei noch aus der Eigentümerversammlung heraus der Auftrag an die Handwerker erteilt und schon am Freitagmorgen sei mit den Arbeiten begonnen worden, sagte der Geschäftsführer der ECD Immobilienverwaltungs GmbH, Michael Vogelwiesche. "Wenn nichts dazwischen kommt, ist der Schaden in den nächsten Tagen wieder behoben."
Ein Wasserschaden im Keller hatte am 16. Januar für einen Komplett-Stromausfall in dem Mehrfamilienhaus gesorgt. Das Haus liegt – ausgerechnet – im Stadtteil Wüste. Seitdem gab es kein Licht, keine Heizung, kein Telefon und auch der Aufzug war funktionslos. Zunächst konnten sich die Wohnungseigentümer nicht auf die Beauftragung eines Handwerkers einigen, weil sie erst das Gutachten einer Versicherung abwarten wollten. Seit dieser Woche steht aber fest, dass die Versicherung nicht zahlt.
Wasser im Keller, eine Verpuffung und ein Kurzschluss
Am 16. Januar stand Wasser im Keller, das eine Verpuffung und einen Kurzschluss verursacht hat. Dann ging in dem Haus nichts mehr. Und das, obwohl draußen Minustemperaturen vorlagen. Mieterin Daniela Gallien erzählt, wie sie mit dem Umstand zurecht kam. "Ich habe mir einen Gasofen besorgt und einen Gasherd." In Galliens Wohnung sind es 13 bis 14 Grad. Auch andere Mieter in dem Haus hätten inzwischen zu dieser Notlösung gegriffen – anders geht es nicht. "Nachts mache ich den Ofen natürlich aus, aus Sicherheitsgründen." Wegen der Gasflamme muss auch regelmäßig gelüftet werden. "Dann kommt wieder kalte Luft in die Wohnung", sagt Gallien.
Bei einem guten Freund im Nachbarhaus könne sie duschen und die Wäsche waschen. Sie sieht zu, dass sie ihr Handy und einen alten Laptop außerhalb des Hauses aufgeladen bekommt. "Der Laptop-Akku reicht, um einen Film zu gucken", sagt sie. Vor das Fenster hat sie einen dicken Vorhang gezogen – das dämmt ein wenig.
Lange kam es zu keiner Einigung bei der Eigentümergemeinschaft
Das Mehrfamilienhaus gehört einer Eigentümergemeinschaft. Lange habe es bei den Eigentümern keine Mehrheitsentscheidung gegeben, damit ein Handwerkerbetrieb mit der Schadensbeseitigung beauftragt werden konnte. Ein erstes Gutachten sehe eine Schadenshöhe von 51.000 Euro vor, sagte ein Eigentümer vor Tagen, der seinen Namen nicht in den Medien lesen möchte. Es sei schwierig, überhaupt Handwerker zu finden. "Die meisten geben erst gar kein Angebot ab", sagte er. (dpa/al)
