Beleuchtung ist notwendig, doch für Insekten stellt sie eine Bedrohung dar.

Beleuchtung ist notwendig, doch für Insekten stellt sie eine Bedrohung dar.

Bild: © Reco/AdobeStock

Viele nachtaktive Insekten fallen der unachtsamen Nutzung künstlichen Lichts zum Opfer. Im Bundesprogramm Biologische Vielfalt startet daher ein Projekt zur Entwicklung eines neuen Straßenbeleuchtungsdesigns, das die Abstrahlung des Lichts minimieren soll. Das sechsjährige Verbundprojekt „Artenschutz durch umweltverträgliche Beleuchtung“ wird vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) koordiniert und mit rund 2,37 Mio. Euro durch das Bundesumweltministerium gefördert.

Neben der Sogwirkung des Lichts können sich die Abstrahlungen benachbarter Straßenleuchten überschneiden und eine Barriere darstellen, die es Insekten wesentlich erschwert, eine beleuchtete Straße zu passieren.  Aus diesem Grund entwickelt das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Lichttechnik der Technischen Universität Berlin ein Straßenbeleuchtungsdesign, das die Abstrahlung des Lichtes auf die Flugbahnen von Insekten minimiert. Das Licht der Leuchten wird dann nicht mehr an der Leuchte selbst, sondern nur auf den Gehwegen und Straßen zu sehen sein.

In vier Orten wird getestet

Nach einer wissenschaftlichen Evaluierung in einem Experimentalfeld im Westhavelland wird das neue Straßenbeleuchtungsdesign voraussichtlich im Herbst 2021 in vier Gemeinden installiert und erprobt: der Stadt Fulda (Hessen), der Stadt Krakow am See (Mecklenburg-Vorpommern) sowie in den Brandenburgischen Gemeinden Gülpe (Landkreis Havellaue) und Neuglobsow am Stechlinsee.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Wir müssen mehr für den Schutz der Insekten tun, daher haben wir gerade unser Aktionsprogramm Insektenschutz im Kabinett beschlossen. Nun setzen wir unsere Ziele durch Maßnahmen und Projekte um. Ein wichtiger Faktor für den Insektenschutz ist die Beleuchtung. Falsche Straßenbeleuchtung kann den Insekten enorm schaden. Darum fördern wir die Entwicklung eines umweltverträglichen Straßenbeleuchtungsdesigns, mit dem wir in Zukunft nachtaktive Insekten und andere Tiere besser schützen können.“

Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz (BfN): „Gerade in Gewässernähe werden unzählige Insekten von der Straßenbeleuchtung angelockt und ihrem Lebensraum entzogen. Deshalb stehen aquatische Fluginsekten im Mittelpunkt des Vorhabens. Gemeinsam mit Naturparkverwaltungen und Gemeinden werden Forschungsinstitute und Universitäten in dem Projekt das neue Straßenbeleuchtungsdesign entwickeln und im Praxistest erproben.“ (wa)

Lichtverschmutzung ist auch ein Thema in der neuen Ausgabe der gedruckten ZfK, die am Montag, 9. September, erscheint. Der Link zum E-Paper oder zur Abo-Bestellung.

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