Ein regelrechter Photovoltaik-Boom in Ulm und Neu-Ulm hat die örtlichen Stadtwerke dazu veranlasst, die für Hausanschluss und Zähleranmeldung zuständige Abteilung personell aufzustocken. Zuvor war Kritik an der Bearbeitungszeit der Anträge laut geworden.
Stadtwerke-Sprecher Bernd Jünke bestätigt, dass es zwischenzeitlich vom Einreichen des Antrags bis zum Setzen des Zählers 14 Wochen gedauert habe. Mittlerweile habe sich die Wartezeit allerdings halbiert, auf derzeit sieben bis acht Wochen. Ziel sei eine weitere Verkürzung auf idealerweise drei Wochen. "Dies erscheint mittelfristig erreichbar."
Gründe für Verzögerungen
Jünke nennt verschiedene Gründe für die zeitlichen Verzögerungen. "Da sind zum einen die umfangreichen Bestimmungen aus den Regelwerken sowohl der Technik als auch des Erneuerbare-Energien-Gesetzes", teilt er mit. "Letzteres entscheidet über die Höhe der Einspeisevergütung."
Dazu komme die Meldung an das Finanzamt. "Der Ertrag aus der PV-Stromproduktion ist zu versteuern. Der PV-Anlagenbetreiber beziehungsweise sein Elektro-Installateur liefern einen ganzen Katalog von Daten, die durch die Stadtwerke geprüft werden müssen."
"Hohe personelle Auslastung"
Jünke verweist zudem auf die sprunghaft gestiegene Zahl abzuarbeitender Anmeldungen. Nach einer kleinen Delle zur Mitte des Jahrzehnts zeige die Kurve seit drei Jahren wieder steil nach oben.
"2018 behandelten die Stadtwerke 330 Anträge, 2019 waren es 471 und für das laufende Jahr werden um die 580 Anträge erwartet", schreibt er. Bereits Ende Oktober hätten die Stadtwerke 485 Anmeldungen gezählt.
"Binnen drei Jahren werden die Anmeldungen um etwa 75 Prozent nach oben geschnellt sein", erläutert der Sprecher. "Das sorgt für hohe personelle Auslastung."
Zusätzlicher Ingenieur gesucht
Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) haben reagiert. Zusätzlich zu zwei Mitarbeitern in Vollzeit kümmern sich nun vier weitere Kollegen aus benachbarten Sachgebieten um die Bearbeitung. Zudem sucht das Kommunalunternehmen einen Ingenieur mit Know-how für Einspeiseanlagen. "Die Stelle war ausgeschrieben", schreibt Jünke. "Die Bewerberauswahl ist im Gang." (ab)
