Der Wissenschaftliche Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium mahnt mehr Investitionen in die öffentliche Infrastruktur wie Energienetze an. Zudem empfehlen die Experten, die Anrechenbarkeit von Investitionen in Flexibilisierungsoptionen bei Netzengpässen zu verbessern.

Der Wissenschaftliche Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium mahnt mehr Investitionen in die öffentliche Infrastruktur wie Energienetze an. Zudem empfehlen die Experten, die Anrechenbarkeit von Investitionen in Flexibilisierungsoptionen bei Netzengpässen zu verbessern.

Bild: © A. Dreher/pixelio.de

Die Stadtwerke Schwäbisch Hall, der Verteilnetzbetreiber Netze BW und der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW haben am Mittwoch erstmals die teilautomatisierte Umsetzung des Kaskadenprozesses demonstriert. Dieser sieht im Notfall die stufenweise Steuerung von Anlagen aus nachgelagerten Netzen vor, um kritische Netzsituationen zu beheben.

In der aktuellen Demonstration wurde eine simulierte Systembilanzgefährdung mittels des teilautomatisierten Kaskadenprozesses und eines intelligenten Messsystems behoben. Dabei wurden Anlagen bis in die unterste Spannungsebene gesteuert.

An der Skalierbarkeit arbeiten

Grundlage bildet die im Sinteg-Projekt C/sells entwickelte Abstimmungskaskade. Diese definiert für die jeweiligen Netzbetreiber klare Regeln und Prozesse in Abhängigkeit der Ampelphasen. Durch eine Leitstellen-Leitstellenkopplung werden so kontinuierlich Informationen zum Netzzustand über die Spannungsebenen hinweg ausgetauscht. Dank dieser kommunikationstechnischen Kopplung von TransnetBW und Netze BW sowie des bidirektionalen Informationsaustauschs in Echtzeit lassen sich nun Notfallsituationen gemeinsam über alle Spannungsebenen hinweg innerhalb nur weniger Minuten meistern. Verschiedene Ampelphasen visualisieren dabei in den Leitstellen den Netzzustand und die daraus abzuleitenden Maßnahmen.

„Mit der Teil-Automatisierung der Kaskade ist es möglich, gemeinsam mit Verteilnetzbetreibern einfach und unkompliziert innerhalb kürzester Zeit eine Vielzahl dezentraler Anlagen zu steuern, um eine kritische Netzsituation zu beseitigen“, erklärt Rainer Enzenhöfer, Teilprojektleiter C/sells, von TransnetBW. Jens Wiedenmann von Netze BW ergänzt: „Aufbauend auf den gesammelten Erfahrungen im Projekt können nun weitere Umsetzungsschritte geplant werden. Für uns als Flächennetzbetreiber mit mehr als 90 nachgelagerten Netzbetreibern muss in den nächsten Schritten insbesondere die Skalierbarkeit angegangen werden.“

Intelligente Messsysteme als Basis

Die Steuerung der Anlagen erfolgt automatisiert sowohl per Fernwirktechnik als auch über das intelligente Messsystem der Power Plus Communications AG (PPC). „Das intelligente Messsystem bildet die sichere Basis für die Digitalisierung der Abstimmungskaskade und damit für die erfolgreiche Integration von Erneuerbaren Energien in die Verteilnetze“, so Marilen Ronczka, Head of Innovation Management bei PPC und Teilprojektleiterin in C/sells zum Aufbau der Lösung.

„Das Projekt hat gezeigt, dass die Anforderungen im Rahmen der Kaskade weitestgehend automatisiert umgesetzt werden können. Die hieraus wachsende Verantwortung für die Systemstabilität ist eine logische Konsequenz des Umbaus unserer Erzeugerlandschaft in Deutschland. Im partnerschaftlichen Austausch über alle Netzebenen werden wir die kommenden Herausforderungen meistern können“, zeigt sich Peter Breuning, Abteilungsleiter Netzleittechnik bei den Schwäbisch Haller Stadtwerken, optimistisch für die Zukunft. (lm)

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