2020 feiern die Stadtwerke Strausberg ihr 30-jähriges Jubiläum. Gegenüber der ZfK zeigen sie, wie ihre zukünftigen Investitionspläne aussehen und wie sie den Energiebereich nachhaltig aufstellen.
So werden die am östlichen Rand des Berliner Speckgürtels gelegenen Stadtwerke in den nächsten zehn Jahren 29 Mio. Euro in die Hand nehmen. Die finanziellen Mittel fließen in die technischen Erzeugeranlagen, die Strom- und Wärmenetze, IT-Systeme sowie in die Entwicklung energienaher Dienstleistungen, wie die Ladeinfrastruktur. Die Stadtwerke versorgen rund 15.000 Haushalte und 1000 Unternehmenskunden.
Stromverbrauch pro Einwohner jährlich senken
"Bei den Erzeugeranlagen wird auf Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) gesetzt, um maßgeblich an der Umsetzung der Lokalen Agenda 2030 in Strausberg mitzuwirken", erläutert Geschäftsführer Frank Elstermann. Zum einen soll der Stromverbrauch pro Einwohner um ein Prozent pro Jahr gesenkt werden. Zum anderen sollen die CO2-Emissionen bei der Strom- und Fernwärmeerzeugung um 1500 Tonnen pro Jahr reduziert werden.
Hierfür wird in 2020 / 2021 das Blockheizkraftwerk (BHKW) am Standort Strausberg Nord modernisiert. Neben der besseren Energieeffizienz und CO2-Einsparung wird auch die elektrische Erzeugungskapazität auf Erdgasbasis auf knapp 8 MW erweitert.
Herzstück der Heizkraftwerke - ein neuer Leitstand
Außerdem erhält die Anlage zusätzlich einen neuen Leitstand. "Dieser wird das zentrale Herzstück zur digitalen Überwachung und Steuerung der drei Heizkraftwerke sowie weiterer dezentraler Erzeugeranlagen der Stadtwerke Strausberg sein", betont Elstermann.
Klare Zielsetzungen im neuen Leitstand sind die Modernisierungen nach neuestem technischen Stand und der Aufbau eines neuen SCADA-Netzwerkes für die Leit- und Fernwirktechnik nach den Richtlinien und Anforderungen des BSI IT-Sicherheitsgesetzes. Das neue Leitsystem wird offen und flexibel für neue Innovationen und Trends und gleichzeitig aber sicherer durch neue redundante, automatisierte Systeme sein.
Heizkraftwerk wird durch moderne KWK-Anlage ersetzt
In 2022 wird das Heizkraftwerk am Standort Strausberg Vorstadt, in welchem momentan noch Braunkohlestaub eingesetzt wird, von einer modernen KWK-Anlage abgelöst. Als Brennstoff dient dann Erdgas, eventuell wird auch auf Biomethan zurückgegriffen.
Zusätzlich wird der Einsatz von Solarthermie im Versorgungsgebiet geprüft. Die Kapazität der Erzeugungsanlage würde rund 2 MW elektrisch betragen. Neben den technischen Erneuerungen und den dadurch entstehenden Effizienzgewinnen, betont Elstermann das Engagement im Umweltschutz: "Die von den Stadtwerken Strausberg produzierte Wärmeenergie wird bereits Ende 2022 kohlefrei sein und nicht erst zu dem von der Politik festgelegten Zeitpunkt 2038. Wir leisten mit diesen Projekten einen erheblichen Beitrag zur Umsetzung der Lokalen Agenda 2030."
Intelligente Stromnetze auf dem Vormarsch
Weiteren Investitionsbedarf haben die Stadtwerke Strausberg in den nächsten Jahren im Bereich des Strom- und Wärmenetzes. Im Stromnetz wird eine intelligente Steuerung unumgänglich sein. In 2019 wurde bereits eine intelligente Ortsnetzstation installiert und künftig werden weitere folgen. Intelligente Ortsnetzstationen sind für das Versorgungsunternehmen als Netzbetreiber, eine wirtschaftliche Alternative zum Netzausbau. Denn in den Stationen können die Netzauswirkungen, die durch neue dezentrale Einspeiser entstehen, analysiert, beherrscht und optimiert werden.
Im Rahmen des Messstellenbetriebsgesetzes planen die Stadtwerke alle herkömmlichen Zähler unter 6000 kWh in den nächsten sechs Jahren gegen eine moderne Messeinrichtung auszutauschen. Zudem werden individuelle Long-Range-Wide-Area-Network (LoRaWan)-Netzwerke testweise aufgebaut. Sie bieten den Vorteil, dass über weitere Strecken, die per Mobilfunk nicht erreichbar sind, trotzdem eine Verbindung ermöglicht wird. (gun)
