Die Corona-Fallzahlen in Deutschland sind in den vergangenen Wochen wieder deutlich gestiegen. Noch spiegelt sich das aber nicht in den Energieverbrauchsdaten, wie das Beratungsunternehmen Team Consult in der jüngsten Ausgabe seines Corona-Energiemarktradars zeigt.
Demnach normalisierten sich Strom- und Gasverbrauch bis zum Beginn des Herbstes. Auch die Commodity-Preise erholten sich zumindest ein Stück.
Steigen Corona-Zahlen, sinkt Strompreis
Daten für November liegen noch nicht vor. Deshalb sind Effekte der pandemiebedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens, die seit dem 2. November gelten, in den Prognosen noch nicht enthalten.
Dennoch: Für den Zeitraum März bis Oktober gebe es einen "signifikanten Zusammenhang" zwischen Strompreisen im Großhandel und dem Pandemiegeschehen, schreibt das Unternehmen.
Rückgang Stromverbrauch erwartet
Demnach korreliert der zugrunde gelegte Strompreis (Month-Ahead) negativ mit den Corona-Fallzahlen. Die Einführung der Kontaktbeschränkungen und der starke Anstieg der Corona-Infektionszahlen im März ließen den Preis deutlich absinken. Mit dem Abflachen der Corona-Fallzahlen erholte sich der Preis wieder. Pro 1000 zusätzlichen Fällen am Tag lässt sich laut Team Consult bei einem Bestimmtheitsmaß von etwa 50 Prozent ein Rückgang von zwei Euro pro Megawattstunde erkennen.
Das Beratungsunternehmen erwartet in den nächsten Monaten einen Rückgang des Stromverbrauchs in Deutschland, der aufgrund der wenigen einschneidenden Maßnahmen jedoch geringer ausfalle als im Frühjahr.
Zwei Szenarien
Im optimistischen Szenario komme es zu leichten Einbußen von bis zu zwei Prozent im vierten Quartal 2020 und ersten Quartal 2021. Im pessimistischen Fall, sprich bei starken Einschränkungen, könnte in beiden Quartalen ein Minus von bis zu sechs Prozent stehen.
Der Gasverbrauch sei aufgrund gegenläufiger Effekte bei Großkunden bisher unauffällig, berichtet Team Consult. So habe die Industrie zwar weniger Gas verbraucht. Dafür sei aber der Kraftwerksverbrauch gestiegen. Wegen der geringeren Berechenbarkeit verzichtete das Beratungsunternehmen diesmal auf Szenarien für den Gasverbrauch.
7 Prozent weniger Energieverbrauch
Vor Kurzem hatte die AG Energiebilanzen prognostiziert, dass in diesem Jahr der Energieverbrauch in Deutschland um knapp sieben Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau falle. (Die ZfK berichtete.)
Energiebedingte CO2-Emissionen sinken
Demnach dürften auch die energiebedingten CO2-Emissionen sinken — in einer Größenordnung von knapp 72 Millionen Tonnen, wie die Expertengruppe berechnete. Das wären zehn Prozent weniger als im Vorjahr. (ab)



