Wie geht es weiter mit den Netzentgelten? Darüber tauscht sich gerade die Bundesnetzagentur mit der Branche aus.

Wie geht es weiter mit den Netzentgelten? Darüber tauscht sich gerade die Bundesnetzagentur mit der Branche aus.

Bild: © Sebastian Gollnow/dpa

Die Stromnetzentgelte der Verteilernetzbetreiber haben sich offenbar im bundesweit gewichteten Durchschnitt kaum verändert. Zu diesem Schluss kommt die Bundesnetzagentur nach einer eigens vorgenommenen Stichprobe.

"Die Bemühungen der Netzbetreiber und der Regulierungsbehörden um eine Begrenzung der Kosten zeigen Erfolg", lässt sich Präsident Jochen Homann in einer Mitteilung zitieren. "Die gesetzlichen Maßnahmen der letzten Jahre greifen. Gemeinsam mit einer sinkenden EEG-Umlage und niedrigen Börsenstrompreisen könnten Stromkunden seit Jahren erstmals moderat entlastet werden."

Gewerbekunden zahlen unverändert 5,80 Ct./kWh

Laut Bundesnetzagentur liegt das Netzentgelt für einen typischen Haushaltskunden im Jahr 2021 bei 7,65 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Im Vorjahr waren es 7,60 Cent gewesen.

Ein Gewerbekunden zahlt demnach weiterhin 5,80 Cent pro kWh. Ein mittelständischer Industrie kunde muss 2,64 Cent pro kWh entrichten (2,62 Cent im Vorjahr).

Unterschiede in Regelzonen

Die Regulierungsbehörde weist darauf hin, dass sich die Netzentgeltentwicklung im Einzelnen anders darstellen könne als im bundesweiten Durchschnitt. Es gebe deutliche Unterschiede zwischen den insgesamt etwa 880 Stromverteilernetzbetreibern und zwischen den Regelzonen.

In der Regelzone von Tennet etwa profitierten die Verteilernetzbetreiber von sinkenden vorgelagerten Kosten des Tennet-Übertragungsnetzes, teilt die Behörde mit. Demgegenüber stiegen in den Regelzonen von TransnetBW und 50Hertz die Kosten für die vorgelagerten Übertragungsnetze. Bei 50Hertz würden die positiven Effekte der Vereinheitlichung der Übertragungsnetzentgelte von erwartenden, steigenden Redispatch-Kosten überkompensiert.

Divergierende Entwicklung in Amprion-Regelzone

In der Regelzone des größten deutschen Übertragungsnetzbetreibers Amprion gebe es in Abhängigkeit vom jeweiligen Verteilernetzbetreiber eine auseinandergehende Entwicklung: Bei einigen Netzbetreibern ändere sich sehr wenig, bei anderen steigen die Netzentgelte beispielsweise für mittelständische Industriekunden um fast zwölf Prozent.

Die Übertragungsnetzbetreiber haben ihre Netzentgelte für das Jahr 2021 bereits im Oktober 2020 veröffentlicht und nicht mehr angepasst. Auch bei den Verteilernetzbetreibern bleiben die im Herbst 2020 veröffentlichten vorläufigen Netzentgelte in den meisten Fällen unverändert. (ab)

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