Ende 2020 läuft die Förderung für die ersten Photovoltaik-Anlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aus. Noch diskutiert der Bundestag über eine Novelle des Gesetzes. Die Stadtwerke Vilsbiburg allerdings haben schon jetzt eine Lösung. Sie bieten ein Produkt an, von dem Kunden und sie gleichermaßen profitieren sollen.
Nach Firmenangaben gibt es im Netzgebiet von Vilsbiburg (Bayern) etwa 460 Anlagen, die erneuerbare Energie produzieren. Bei den meisten handelt es sich um Photovoltaik-Anlagen. Für einige endet bereits dieses Jahr die EEG-Förderung.
Drei Optionen
Die Betreiber haben in der Regel drei Möglichkeiten: Entweder sie schalten ihre Anlage ab, stellen auf Eigenverbrauch um oder kümmern sich selbst um einen Stromkäufer. Bisherige Netzbetreiber sind jedenfalls nicht mehr verpflichtet, den Strom abzunehmen. Nur bei Volleinspeisern besteht für sie laut Referentenentwurf weiter die Pflicht, den Strom auch ohne intelligentes Messsystem abzunehmen — allerdings zum Jahresmarktwert abzüglich Vermarktungskosten.
Vergütung: 4 Cent pro KWh
Die Stadtwerke Vilsbiburg wollen es Kunden nun ermöglichen, ihren selbst erzeugten Strom vorwiegend für den Eigenverbrauch zu nutzen. "Das ist ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll", sagt Paul Kronwinkler vom Kundenzentrum der Stadtwerke. Gleichzeitig übernimmt das Unternehmen die Direktvermarktung für überschüssigen Strom und verkauft ihn an regionale Kunden weiter.
Das Modell des Kommunalversorgers sieht eine Vergütung leicht über Marktpreisniveau vor. Heißt: Vier Cent pro Kilowattstunde garantiert in den ersten beiden Jahren. Kunden müssen mit dem neuen Tarif zudem nicht sofort auf ein intelligentes Messsystem umrüsten. Nach der aktuellen Entwurfsfassung der Bundesregierung wäre dies für Betreiber von Ü-20-Anlagen erforderlich, solange sie ihren Strom auch selbst nutzen wollen.
Kontaktformular für Interessenten
Gleichzeitig verpflichten sich Kunden dazu, für ihren restlichen Strombedarf regionalen, aber noch nicht zu 100 Prozent erneuerbaren Strom von den Stadtwerken zu beziehen. Pro Kilowattstunde zahlen sie dann etwa einen halben Cent mehr als im günstigsten Tarif, den das Unternehmen anbietet.
Die Stadtwerke Vilsbiburg haben ein Kontaktformular erstellt. Darin wollen sie von Interessenten unter anderem wissen, wann die Anlage in Betrieb genommen wurde, ob der Strom zum Eigenverbrauch genutzt werde und ob es bereits einen Batteriespeicher gebe, falls ja, mit welcher Kapazität.
"Resonanz positiv"
"Bislang haben zehn Interessenten den Fragebogen ausgefüllt", sagt Kronwinkler. "Die Resonanz auf unser Produkt war bislang sehr positiv." (ab)