Uniper steigt freiwillig aus der eigenen Steinkohleverstromung in Deutschland aus. Nach aktuellem Stand enthält das Unternehmen dafür keine Entschädigungszahlungen, wie ein Uniper-Sprecher auf ZfK-Nachfrage bestätigte. Man wolle mit dem am heutigen Donnerstag vorgelegten Ausstiegsplan Haltung zeigen und Verantwortung nehmen. "Wir wollen Teil der Lösung sein", sagte ein Sprecher mit Blick auf die aktuelle Klimadebatte.
Bis Ende 2022 will Uniper drei Steinkohle-Kraftwerksblöcke in Gelsenkirchen Scholven sowie das Kraftwerk Wilhelmshaven mit einer Gesamtleistung von rund 1500 Megawatt stilllegen. Bis spätestens Ende 2025 kommt das Aus für weitere 1400 Megawatt an den Standorten Staudinger und Heyden.
18 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr eingespart
Bis 2015 hatte Uniper bereits die Standorte Datteln, Scholven, Knepper, Veltheim und Shamrock stillgelegt, die gemeinsam auf eine Kohlekraftwerksleistung von gut 2400 Megawatt kamen. Insgesamt werden durch diese Stilllegungen nach Unternehmensangaben CO2-Einsparungen in einer Größenordnung von bis zu rund 18 Mio. Tonnen pro Jahr erzielt.
Datteln 4 im Testbetrieb
Unterdessen ist das umstrittene Steinkohlekraftwerk Datteln 4 mit dem Stromnetz synchronisiert worden. Die Anlage befindet sich aktuell im technischen Testbetrieb.
Für die von Stilllegungen betroffenen Kraftwerksstandorte will Uniper Transformationskonzepte entwickeln, auch um Arbeitsplätze zu sichern. Konkret gehe es um Überlegungen zum Bau von gasbetriebenen KWK-Anlagen mit Fernwärmeauskopplungen, Lösungen zur Versorgung von Industriekunden mit Dampf, Wärme, Kälte und Strom sowie neue Anlagen zur industriellen Produktion von Wasserstoff.
Schierenbeck: Zur Akzeptanz des Kohleausstiegs beitragen
"Durch unseren freiwilligen, ambitionierten Plan wollen wir zudem zur Erhöhung der gesellschaftlichen Akzeptanz des Wie beim Kohleausstieg in Deutschland beitragen", erläutert Uniper-CEO Andreas Schierenbeck.
Mit Blick auf die Inbetriebnahme von Datteln 4 betonte Uniper, dass es die Bundesregierung gewesen sei, die im Zuge der von der Kohlekommission angeregten Verhandlungen über den Steinkohleblock zum Ergebnis gekommen sei, dass "es klimapolitisch, energiewirtschaftlich und volkswirtschaftlich sinnvoll ist, eines der modernsten, effizientesten und saubersten Kohlekraftwerke wie geplant zu betreiben." (amo)
