Zum Jahreswechsel hat der größte Teil der deutschen Verteilnetzbetreiber die endgültigen Entgelte für das Jahr 2020 bekannt gegeben. Schon in den vorläufigen Preisblättern von Oktober ließ sich laut dem Energiedienstleister Enet eine deutliche Steigerung gegenüber 2019 ablesen. Auch die finalen Preisstellungen zeigen da keine Trendwende.
In der Datenbank von Enet sind inzwischen die als endgültig deklarierten Preisblätter für 678 der insgesamt 878 Verteilnetzbetreiber erfasst. Deren Netzgebiete umfassen 14.647 deutsche Postleitzahl-Ort-Kombinationen und damit rund 98 Prozent der versorgten Fläche. Große Überraschungen finden sich in den neu veröffentlichten Entgelten nicht, ohnehin hatte ein großer Teil der Grundversorger die Strompreise bereits auf Basis der vorläufigen Entgelte sowie steigenden gesetzlichen Umlagen zum 1. Januar angepasst.
Leichte Abmilderung
Im Durchschnitt fallen die Kostensteigerungen nach aktuellem Stand etwas weniger stark aus als es sich noch im Oktober abzeichnete. Während die Durchleitungsgebühren in 13.548 Postorten unverändert als endgültig ausgewiesen wurden, senkten die Netzbetreiber ihre Entgelte in 848 Postorten wieder gegenüber den vorläufigen Preisblättern. Dies betrifft vor allem den Nordwesten Bayerns, den Großraum um Köln sowie den Osten Sachsens. In 245 Postorten steigen die Kosten dagegen, so im südlichen Hessen und im Osten Niedersachsens.
Im Schnitt sinken die nun noch einmal angepassten Netzentgelte für einen Familienhaushalt mit 3500 kWh Verbrauch um etwa 1,2 Prozent. Die stärkste Senkung nehmen die Ahrtal-Werke in Rheinland-Pfalz (minus 11,1 Prozent auf 5,12 ct/kWh) und die Stadtwerke Velbert (NRW) vor (minus 10,8 Prozent auf 7,73 ct/kWh). Die höchste Korrektur nach oben lässt sich bei den Stadtwerken Freudenstadt (Baden-Württemberg) beobachten (plus 6,3 Prozent auf 8,42 ct/kWh). (hp)