Findet die Windkraft nun zu alter Stärke zurück? Wenn man den jüngsten Ausschreibungsergebnissen zum Gebotstermin 1. Dezember Glauben schenken darf, dann ja. Die 96 eingereichten Gebote lagen mit gut 367 MW Volumen deutlich über der ausgeschriebenen Menge von 657 MW.
Bezuschlagt wurden letztlich 58 Gebote mit 399,7 MW. Dabei entfielen die meisten erfolgreichen Angebote auf Schleswig-Holstein (31 Zuschläge und 153, 6 MW), gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit elf Zuschlägen und 89 MW und Niedersachsen mit acht Zuschlägen und 84,9 MW.
Netzausbaugebiet völlig ausgeschöpft
Die Gebotswerte der bezuschlagten Gebote reichen von 5,59 ct/kWh bis 6,07 ct/kWh. Der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 5,91 ct/kWh und damit unter dem der Vorrunde von 6,11 ct/kWh.
Im Netzausbaugebiet wurde die Obergrenze vollständig ausgeschöpft, sodass von den eingereichten 286 MW nur 178,2 MW bezuschlagt werden konnten. Parallel zur Windkraft wurden auch PV-Anlagen ausgeschrieben.
Viele Ausschlüsse bei PV
Hier gingen 186 Gebote mit 936 MW ein, was die ausgeschriebene Menge von 256,9 MW deutlich überzeichnete. Insgesamt werden nur 45 Gebote mit 264, 2 MW erfolgreich gefördert. 13 Gebote entfallen auf Bayern. Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte liegen zwischen 4,88 ct/kWh und 5,26 ct/kWh und somit unter denen der Vorrunde (Vorrunde: 4,98 bis 5,36 ct/kWh). Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert ist gesunken und liegt in dieser Runde bei 5,10 ct/kWh (Vorrunde: 5,23 ct/kWh).
Ungewöhnlich war in dieser Runde die hohe Zahl an ausgeschlossenen Geboten. 42 Gebote konnten keine Berücksichtigung finden. Davon 16 aufgrund des verspäteten Eingangs. Zudem disqualifizierte sich eine Reihe an Bietern aufgrund der zu hohen Gebotsmenge. Die nächste Ausschreibung für Windkraft an Land findet am 1. Februar 2021 statt. Die Solar-Ausschreibung folgt am 1. März 2021. (lm)
