André Hückstädt ist Leiter der Abteilung Energie und Infrastruktur bei der UmweltBank.

André Hückstädt ist Leiter der Abteilung Energie und Infrastruktur bei der UmweltBank.

Bild: © UmweltBank

Aktuell sind langfristige Stromlieferverträge, sogenannte Power Purchase Agreements (PPAs,) in erster Linie als Finanzierungsinstrument für neue PV-Freiflächenanlagen interessant, sagt André Hückstädt, Leiter der Abteilung Energie und Infrastruktur, bei der UmweltBank . "Das wird auch in den nächsten drei, vier Jahren so bleiben", prognostiziert er. Es sei denn, die Produktionskosten für Windräder würden in dem Zeitraum noch einmal deutlich sinken.

Onshore-Wind: PPAs nur für Teil der Post-EEG-Anlagen eine Option

Für neue Projekte im Bereich Onshore-Wind sei eine Finanzierung über das EEG weiterhin lukrativer und werde deshalb auch in der Regel gewählt. Für Windkraftanlagen, die aus dem EEG fallen, könnten PPAs eine Option sein. "Allerdings nur dann, wenn die laufenden Betriebskosten unter den PPA-Preisen liegen", betont Hückstädt. Ein Teil der Anlagenbetreiber werde dies hinbekommen, der weitaus größere Teil aber nicht. Die UmweltBank engagiert sich stark bei der Finanzierung förderfreier Solaparks in Deutschland und hat hierzu ein eigenes Finanzierungsprodukt und einen Mustervertrag entwickelt. Für 2020 sieht die Nachhaltigkeitsbank Planungen für PPA-Projekte von insgesamt weit über 100 MWp.

"Herstellkosten für Solarmodule werden weiter fallen"

Laut Hückstädt wird 2019 als das Jahr in die Geschichte eingehen, in dem PV-Strom in Deutschland erstmals zu einem Preis erzeugt wurde, der unter dem von kohlenstoff- und atombasierter Energie liegt. Die PV-Branche sieht er deshalb gut positioniert, um in den kommenden Jahren einen signifikanten Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu leisten. "Die Herstellkosten für Solarmodule werden tendenziell weiter fallen. "Auf der anderen Seite sehen wir leicht steigende Preise und eine relativ simple, gut planbare Technik", erklärt er. Der PV-Bereich könne die nötigen Rahmendaten schaffen, die einen guten und günstigen Zubau ermöglichen – sowohl über EEG-geförderte als auch über PPA-finanzierte Anlagen.

PV-Strom: "Sehr günstige Gestehungkosten"

"Man sollte hier einfach den Markt machen lassen und das nicht unnötig beschränken durch einen 52-GW-Deckel oder Zubaukorridore." PV-Strom sei mittlerweile  so günstig in den Gestehungskosten, dass die Differenz zum Marktpreis mittlerweile nur noch  sehr gering sei. "Das sollte man nutzen, um unseren Klimazielen näher zu kommen." Einen Zubau von neuen Solaranlagen im Umfang von fünf bis zehn GW in den nächsten Jahren hält er für machbar und notwendig. Zentral sei dabei auch, dass Lastspitzen aus Erneuerbaren-Anlagen künftig sinnvoll genutzt und nicht abgeregelt werden, beispielsweise durch Umwandlung in Treibstoff, Wärme oder Wasserstoff. Hier müsse die Politik jetzt zügig eine gute Lösung für den zweiten Teil der Energiewende umsetzen. (hoe)

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Einen ausführlichen Artikel über den neuen Markt der PPA-Finanzierungen und das Konzept der UmweltBank lesen Sie in der Dezemberausgabe der ZfK. Diese ist am Montag, 9. Dezember, erschienen.

 

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