Nachdem die Stadtwerke Bad Nauheim im März mit dem Bau ihres Riesenkollektors für die Oberflächen-Geothermie begonnen haben, folgt nun der nächste Meilenstein. Das erste Haus im Neubauquartier „Bad Nauheim Süd“ wird über das Niedrigtemperatur-Netz versorgt. Allerdings noch nicht vom Kollektor selbst.
„70 Prozent der Erdwärmekollektoren sind bereits verlegt, wir liegen gut in der Zeit“, erklärt Sebastian Böck, Projektleiter Kalte Nahwärme bei den Stadtwerken Bad Nauheim. Bis im Anfang des Winters das 11.200 Quadratmeter große Kollektorfeld verlegt ist, werden die ersten Häuser allein über das Rohrnetz der „kalten“ Nahwärme versorgt. Es nimmt die Umgebungstemperatur auf und liefert so die nötige Temperatur. Bis zu 20 Häuser können im Sommer versorgt werden, ohne das Kollektorfeld „anzuzapfen“, erklären die Stadtwerke in einer Mitteilung.
Neubau macht niedrige Vorlauftemperaturen möglich
Egal ob Sommer oder Winter eine Wärmepumpe in den einzelnen Gebäuden übernimmt anschließend den Rest. Sie erhitzt das Wasser mit einer Vorlauftemperatur von zehn Grad Celsius im Winter auf bis zu 55 Grad Celsius. Umgekehrt funktioniert das Prinzip ähnlich und sorgt an heißen Sommertagen für die nötige Kühlung in den Haushalten. Bis zu sieben Grad unter der Außentemperatur schafft die Wärmepumpe.
Einen Anschlusszwang gibt es für das Neubaugebiet nicht: Vielmehr setzten die Stadtwerke auf attraktive Bündelprodukte. So werden die Wärmepumpen über eine Energiezentrale gesteuert und gemonitort. Grundvoraussetzung hierfür ist eine Glasfaserverbindung. An dieses Netz können sich auch die Nahwärmekunden anschließen lassen und zwar kostenlos. Auch die Nutzung ist das erste halbe Jahr kostenlos. (ls)
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Wodurch das "kalte" Nahwärme-Konzept sonst noch überzeugt, lesen Sie in der kommenden ZfK-Ausgabe, die am 5. August erscheint.
