Auf dem Bamberger Lagarde-Quartier haben die Bauarbeiten des neuen Wärmenetzes begonnen. Das Besondere: Das neue Quartier wird sowohl Neubauten umfassen, als auch der Wärmeversorgung von Altbauten gerecht werden müssen. Der Spatenstich für die Energiezentrale ist nun erfolgt, wie die Stadtwerke Bamberg mitteilen. Das Gebäude wird Blockheizkraftwerk, Energiespeicher, Pumpen, Fernwärmetechnik und auch die intelligente Steuerung beheimaten und rechtzeitig zum Einzug der ersten Lagarde-Bewohner in einem Jahr in Betrieb gehen.
Die endgültige Fertigstellung der Zentrale ist 2022 geplant. Das Quartier umfasst 20 Hektar, künftig sollen 1200 Familien, Kultureinrichtungen und Gewerbeflächen für 1500 Mitarbeiter darin unterkommen. Wärme und Kälte werden geliefert und zu 70 Prozent vor Ort aus regenerativen Energien gewonnen. Die Stadtwerke Bamberg investieren hierfür 18 Mio. Euro. Das Projekt wird mit acht Mio. Euro vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Weitere 1,9 Mio. Euro steuert die Regierung von Oberfranken bei.

Diesen Technologie-Mix umfasst das neue Quartier
Die Wärme wird u. a. mittels oberflächennaher Geothermie aus der Erde gewonnen, aus Abwasser sowie aus der Abwärme der Gewerbeunternehmen, die sich in dem neuen Quartier ansiedeln werden. Der Strom für die Wärmepumpen wird mit Hilfe von Photovoltaikanlagen erzeugt. Sie haben eine Gesamtleistung von 1700 kW und werden auf den Dächern der Gebäude installiert. In der Energiezentrale gleichen ein zentraler Batteriespeicher und ein Blockheizkraftwerk die Produktionsschwankungen zwischen Tag und Nacht aus. Die saisonale Speicherung von Überschuss- und Abwärme aus den Sommermonaten erfolgt mittels 55 Erdwärmesonden sowie Erdwärmekollektoren, die unter den neuen Gebäuden entstehen. Gesammelt und verteilt werden die Energieströme über ein sogenanntes "kaltes Netz" mit einer maximalen Temperatur von 15 bis 20 Grad Celsius.
Alternative Mobilität im Angebot
Gleichzeitig wird auch die Mobilität alternativ gedacht: Bewohner des Quartiers werden sich entscheiden können, ob sie statt eines Stellplatzes in einer Parkpalette eine Mobilitätskarte erhalten. Die Mobilitätskarte beinhaltet neben einem Ticket für den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg auch den Zugriff auf Sharing-Angebote von Elektrofahrzeugen, E-Lastenrädern, elektrischen Motorrollern und E-Scootern. Die Stadtwerke gehen davon aus, dass sich heute schon jeder fünfte Bewohner für das alternative Mobilitätsangebot entscheiden wird. (gun)



