Die Stromkosten für ein effizientes Heizsystem mit Wärmepumpe liegen laut einer Verivox-Analyse im bundesweiten Durchschnitt rund 39 Prozent unter den Gaskosten.

Die Stromkosten für ein effizientes Heizsystem mit Wärmepumpe liegen laut einer Verivox-Analyse im bundesweiten Durchschnitt rund 39 Prozent unter den Gaskosten.

Bild: © BillionPhotos.com/Adobestock

Eine Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (Dena) unter Energieeffizienz-Experten zeigt, dass eine hohe Nachfrage nach einem großflächigen Einbau von Wärmepumpen besteht: Knapp 90 Prozent der an der Umfrage mitwirkenden Energieberaterinnen gaben an, regelmäßig bis sehr häufig nach Wärmepumpen gefragt zu werden, wie die Dena mitteilt.

80 Prozent sagen demnach aus, den Einsatz von Wärmepumpen regelmäßig bis sehr häufig zu empfehlen. Nach Gas- oder Ölbrennwertgeräten fragen dagegen regelmäßig bis häufig nur rund 17 Prozent der Kunden. Bei Holzpellet-Heizungen waren es immerhin 28 Prozent.

12 bis 18 Monate Wartezeit

Den Fachleuten zufolge ist der größte Unsicherheitsfaktor, ob der aktuelle energetische Zustand der Bestandgebäude für die Wärmepumpe geeignet ist. Auch die Verfügbarkeit geeigneter Fachkräfte und aktuelle Lieferengpässe werden als Problemfelder genannt.

Auf die Frage, wieviel Zeit gegenwärtig für den Einbau einer Wärmepumpe geplant werden sollte, antworten 45 Prozent mit 12 Monaten oder gar 18 Monaten. Weitere 9 Prozent gehen von mindestens 9 Monaten aus.

500.000 Pumpen jährlich

"Es gibt aktuell kein Nachfrage- sondern eindeutig ein Angebotsproblem", sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung, Dena. "Produktion, Einbau sowie Anmeldung der Anlagen bei den zuständigen Netzbetreibern müssen massiv beschleunigt werden."

Die Bundesregierung hat ambitionierte Ziele: Ab 2024 soll jede neu eingebaute Heizung im Grundsatz mit mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energien laufen. Ab 2024 sollen pro Jahr 500.000 Wärmepumpen eingebaut werden. Bis zum Jahr 2030 wünscht sich die Regierung insgesamt 6 Mio. Wärmepumpen.

Beratung führt häufig zu Wärmepumpe

Geht es nach der Dena, spielen die Energieberater dabei eine große Rolle: So führten 80 Prozent der Energieberatungen häufig bis sehr häufig zu einer Empfehlung zum Wärmepumpeneinbau.Gleichzeitig werde auch die Effizienz der Gebäudehülle betrachtet und Verbesserungsvorschläge gemacht. In einigen Fällen sei der Einbau von Wärmepumpen daher nur in Verbindung mit anderen Maßnahmen, etwa einer besseren Dämmung, sinnvoll.

Häufig würden außerdem Kombinationen mit Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeichern empfohlen. Neben der Eignung des Gebäudes sorgt die Hauseigentümer vor allem die Kosten und Fragen der Wirtschaftlichkeit.

Hotline für Beratende gewünscht

Zudem fehlten oft leicht verständliche, herstellerunabhängige Informationen, so das Ergebnis der Umfrage. Zahlreiche Teilnehmerinnen forderten daher eine Infokampagne des Bundes über Wärmeerzeuger oder Wärmepumpen. "Dies sind einfache Maßnahmen, die den Energieexpertinnen und -experten das Leben leichter machen können", so Kuhlmann.

Außerdem wünschen sich die Energieberater eine technische Hotline für Beratende, realistische Praxiswerte zum Einbau und Betrieb einer Wärmepumpe und herstellerunabhängige Informationen und Schulungen. An die Politik und die Fördergeber hätten die Energieexperten folgende Wünsche: Verlässliche Förderbedingungen, einfache Informationen zur Förderung sowie schnellere und einfachere Verfahren und Bearbeitung der Anträge. (jk)

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