Besitzer von Wärmepumpen oder Elektroautos können spezielle Stromtarife mit variablen Netzentgelten derzeit häufig noch nicht nutzen.

Besitzer von Wärmepumpen oder Elektroautos können spezielle Stromtarife mit variablen Netzentgelten derzeit häufig noch nicht nutzen.

Bild: © Robert Poorten/AdobeStock

Die Wärmewende gewinnt im Neubau weiter an Tempo. Im Gebäudebestand bleibt sie dagegen eine langfristige Aufgabe. Das zeigt das September-Update des Dena-Gebäudereports 2026, der regelmäßig zu Jahresbeginn erscheint und zwei Mal jährlich aktualisiert wird.

Die stärkste Veränderung zeigt der Heizungsmarkt. Bis August 2026 wurden 194.500 Wärmepumpen verkauft. Das sind 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr lag ihr Anteil am Absatz aller Wärmeerzeuger bei 55 Prozent. Für 2025 hatte die Dena einen Marktanteil von 48 Prozent ausgewiesen.

Gasheizungen kamen im ersten Halbjahr 2026 auf 134.000 Einheiten. Ihr Absatz lag damit in absoluten Zahlen sogar ein Prozent über dem Vorjahreswert. Weil der Gesamtmarkt der Wärmeerzeuger aber um 19 Prozent wuchs, sinkt der Marktanteil von Gas-Brennwertheizungen. Er reduzierte sich von 50 Prozent im Jahr 2024 auf 30 Prozent im ersten Halbjahr 2026. Vor allem im Neubau verliert Gas sehr deutlich an Bedeutung. Bei den genehmigten Wohngebäuden sank der Anteil von 50 Prozent im Jahr 2012 auf knapp zwei Prozent 2025. Bei fertiggestellten Wohngebäuden lag er 2025 noch bei elf Prozent.

Positiver Trend erreicht auch die Sanierung

Der positive Trend für die Wärmepumpe erreicht mittlerweile auch stärker die Sanierung. Der Anteil der Wärmepumpen an den dort abgesetzten Heizsystemen stieg von 21 Prozent im Jahr 2024 auf 44 Prozent im Jahr 2025. Im Wohnungsbestand decken Wärmepumpen sowie solar- und geothermische Anlagen aber erst rund 4,5 Prozent der Wärmeversorgung ab. Gas bleibt mit 56 Prozent der wichtigste Energieträger. Heizöl folgt mit 17 Prozent. Zugleich sind 15 Prozent der Öl- und Gasheizungen älter als 30 Jahre.

Der Bestand spricht für einen langen Umbau. Deutschland zählt rund 19,8 Millionen Wohngebäude. Etwas weniger als 60 Prozent entstanden vor 1977, also vor der ersten Wärmeschutzverordnung. Mehrfamilienhäuser stellen 55 Prozent der Wohneinheiten. Seit 1995 entfielen 61 Prozent des Zuwachses auf diesen Gebäudetyp. Für die Wärmewende im Bestand sind sie deshalb besonders relevant.

Bei der Bautätigkeit ist das Bild gemischt. 2025 wurden rund 176.000 Wohneinheiten fertiggestellt. Das waren 20 Prozent weniger als im Vorjahr und der niedrigste Wert im betrachteten Zeitraum seit 1995. Zugleich stiegen die Baugenehmigungen erstmals seit 2021 wieder. Rund 62.200 Wohngebäude erhielten eine Genehmigung. Das entspricht einem Plus von fast 14 Prozent. 83 Prozent sollen mit einer Wärmepumpe beheizt werden. Bei den Nichtwohngebäuden sank die Zahl der Genehmigungen auf rund 21.000.

Speicher legen kräftig zu

Der Speichermarkt legte kräftig zu. Bis Ende Juni 2026 waren rund 2,6 Millionen Batteriespeicher installiert. Ihre Gesamtkapazität lag bei knapp 30,5 Gigawattstunden. Allein im ersten Halbjahr kamen fünf Gigawattstunden hinzu. Der Ausbau der gebäudenahen Photovoltaik verlor dagegen an Tempo. Im ersten Halbjahr 2026 sank der Zubau um rund 17 Prozent. Die installierte Leistung erreichte dennoch etwa 80 Gigawatt. Außerdem gab es mehr als 1,4 Millionen steckerfertige Solaranlagen.

Der Zubau gebäudenaher Photovoltaik verlor an Dynamik: Mit rund 3,6 Gigawatt-Peak lag die neu installierte Bruttoleistung im ersten Halbjahr 17 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Davon entfielen 2,1 Gigawatt-Peak auf Anlagen bis 30 Kilowatt und 1,3 Gigawatt-Peak auf größere Anlagen. Die insgesamt installierte Leistung gebäudenaher Photovoltaik erreichte dennoch rund 80 Gigawatt; zugleich stieg der Anteil steckerfertiger Anlagen am Zubau auf etwa acht Prozent.

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