Von Daniel Zugehör
Einige kommunale Gebäude in Baden-Württemberg heizen bereits klimaneutral. Diese erreichten schon den Zielwert für Klimaneutralität, teilte die Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (Kea-BW) mit. Um klimaneutral zu werden, darf der Wärmeverbrauch demnach höchstens 50 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter (m²) und Jahr (a) betragen.
Zieljahr 2040
Aber: "Es ist noch viel Luft nach oben", schreibt die Kea-BW in einer Mitteilung. Zehn Prozent der Verwaltungsgebäude, Schulen, Kindertagesstätten und anderer kommunaler Gebäude würden Stand heute nicht mehr als 50 kWh/m² a verbrauchen. Baden-Württemberg möchte schon bis zum Jahr 2040 klimaneutral werden – also fünf Jahre eher als es die Bundesregierung vorgibt. Die Landesverwaltung strebt dafür sogar das Jahr 2030 an.
Die Energieagentur hat die Wärme- und Stromverbräuche von fast 10.000 Gebäuden für 2021 ausgewertet. Seit dem Jahr sind Kommunen in dem Bundesland dazu verpflichtet, ihre Verbräuche zu erfassen. Der größte Teil der Gesamtenergie wird für Wärme verwendet. Immerhin 370 Gebäude würden bereits den Zielwert – wie ein "energieeffizienter Neubau" – erfüllen.
Mehrzahl "einfach" zu sanieren
Verwaltungsgebäude zum Beispiel verbrauchen durchschnittlich 124 kWh/m² a. Ausreißer lägen bei 912 kWh/m² a beziehungsweise bei gerade mal 10 kWh/m² a. Mehr als die Hälfte aller untersuchten Gebäude (63 Prozent) verbrauchen zwischen 50 und 150 kWh/m² a. Diese Mehrzahl kann, der Kea-BW zufolge, "durch Sanierungsmaßnahmen relativ einfach auf den geforderten Wert von 50 kWh/m² a kommen".
Beim Stromverbrauch nehmen die Autorinnen und Autoren einen Zielwert von 10 kWh/m² a an, um Klimaneutralität herzustellen. Diesen Wert hielten "je nach Gebäudetyp" aktuell zwischen 21 und 44 Prozent der kommunalen Gebäude ein.
"Möglich und machbar"
Es sei die erste landesweite Auswertung dieser Art, so die Kea-BW. "Die Städte, Gemeinden und Landkreise verbrauchen in ihren Liegenschaften immer noch zu viel Energie", resümiert Joachim Kaltenbrunner, Autor des Berichts und Projektmanager Energiemanagement bei der Agentur.
Ein Grund ist laut Kaltenbrunner, dass diese "kein systematisches Energiemanagement betreiben". Er ist aber überzeugt: "In kommunalen Liegenschaften einen geringen Energieverbrauch zu erreichen, ist möglich und machbar." Das würden "etliche Gebäude" zeigen. Ist der Energieverbrauch einer Kommune "auffällig hoch", erhalten diese von der Kea-BW Beratungsangebote.
