Villach ist die siebtgrößte Stadt Österreichs.

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Bild: © Adobe Stock/mg-projects.at

Die Kelag Energie & Wärme GmbH realisiert in ihrem Fernwärmesystem in Villach eine energiewirtschaftliche Innovation. Um die Abwärme der Kärntner Restmüllverwertungs GmbH (KRV) aus Arnoldstein und die Erzeugung der Biomasseanlagen noch effizienter nutzen zu können, errichtet das Tochterunternehmen der Kelag in Villach-Warmbad einen großen Pufferspeicher. Er hat ein Volumen von 450 m³ und kann rund 20.000 kWh Wärme speichern. Mit der Wärme aus dem Pufferspeicher deckt das Unternehmen in Zukunft kurzfristige Bedarfsspitzen im Villacher Fernwärmesystem.

„Mit der Abwärme der KRV aus Arnoldstein und der Wärme aus Biomasseanlagen verfügen wir in Villach über grüne und umweltfreundliche Wärmequellen“, wird Manfred Freitag, Sprecher des Vorstandes der Kelag, in einer Mitteilung für die Presse zitiert. „Trotzdem wird heute noch Erdgas benötigt, um Bedarfsspitzen der Kunden zu decken. In Zukunft wird diese Funktion zu einem sehr großen Teil der neue Pufferspeicher übernehmen“, erläutert Freitag. „Wir können die Effizienz deutlich verbessern, indem wir mehr Abwärme aus Arnoldstein und mehr Wärme aus Biomasseanlagen nutzen und gleichzeitig den Erdgaseinsatz verringern. Dieser Schritt entspricht genau unserer Unternehmensstrategie, grüne Energie möglichst effizient einzusetzen.“

Abwärme aus verschiedenen Quellen

„Die Pufferspeicher-Anlage in Villach-Warmbad ist eine sehr innovative Lösung“, betont Adolf Melcher, Geschäftsführer der Kelag Energie & Wärme GmbH. „In Villach betreiben wir unser größtes Fernwärmesystem mit einer sehr komplexen Wärmeaufbringung. Wir beziehen Abwärme aus verschiedenen Quellen, vor allem aus Arnoldstein, erzeugen selbst Wärme aus Biomasse und betreiben ergänzend Erdgaskessel als Ausfallsreserve. Diese Aufbringungsstruktur und die Größe des Villacher Fernwärmenetzes sind die Voraussetzungen dafür, dass sich der Pufferspeicher wirtschaftlich rechnet und wir so die Effizienz unseres Gesamtsystems deutlich verbessern können.“

Die Pufferspeicher-Anlage besteht aus drei jeweils 16 m hohen, gedämmten Behältern mit einem Durchmesser von 3,6 m. Sie fassen jeweils 150 m³ Wasser. Das Wasser wird mit der Abwärme aus Arnoldstein und Wärme aus den Biomasseanlagen auf bis zu 110 Grad Celsius erhitzt. Ab September 2021 wird der Pufferspeicher kurzfristige Leistungsschwankungen ausgleichen, die Temperatur des Wassers im Speicher kann bis auf 60 Grad Celsius gesenkt werden. Bei einer Differenz zwischen 110 Grad und 60 Grad Celsius können 20.000 Kilowattstunden nutzbare Wärme gespeichert werden. Bis zu 20 MW Leistung kann innerhalb weniger Minuten in das Villacher Fernwärmesystem eingespeist werden. Zum Vergleich: Die Leistungsspitze im Villacher Fernwärmenetz beträgt rund 90 MW.

Die Kelag Energie & Wärme GmbH investiert knapp 1 Mio. Euro in den Bau des Pufferspeichers. Er ist als Tages- und Spitzenlastspeicher konzipiert und kann sehr flexibel auf die aktuelle Bedarfs- und Erzeugungssituation reagieren. (amo)

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