Der Leipziger Stadtrat hat den Ausstieg aus der Fernwärmeerzeugung durch Braunkohle beschlossen. Die Regelung soll ab 2023 in Kraft treten. Das Stadtparlament setzt damit nach der Ausrufung des Klimanotstandes ein deutliches Zeichen: 53 Stadträte stimmten dafür, elf dagegen. Derzeit bezieht die Leipziger Verkehrs- und Versorgungsgesellschaft (LVV) einen Großteil der Fernwärme aus dem Braunkohlekraftwerk Lippendorf. Die Wärme soll künftig unter anderem in einem neuen Gaskraftwerk erzeugt werden.
Bedenken gegen den vergleichsweise schnellen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung hatte es offenbar bei der CDU gegeben – dort sorgte man sich offenbar um die Kosten, die auf die Verbraucher zukommen. Auch in Zukunft müsse "Fernwärme in Leipzig bezahlbar bleiben". Deshalb beschloss der Leipziger Stadtrat einen Kompromiss: Sollte es "unvorhergesehene Ereignisse" geben, könne der Ausstieg auf das Jahr 2025 verschoben werden. Das teilte die Stadtverwaltung mit.
Konditionen für den Übergang
Bereits zur Jahresmitte hatte die LVV die Verträge mit dem Kraftwerksbetreiber in Lippendorf gekündigt (die ZfK berichtete). Nun soll verhandelt werden, um für die Zeit des Übergangs, der schrittweise erfolgen wird, die bestmöglichen Preisoptionen auszuhandeln. Um die aus dem Kraftwerk Lippendorf ausgekoppelte Wärme nach dem Braunkohle-Aus zu kompensieren, plant die Stadt Leipzig ein eigenes Gaskraftwerk. Laut aktuellem Planungsstand soll das Werk im Süden an der Bornaischen Straße entstehen. (sig)
