Dank einer Kooperation mit dem Spezialitätenchemie-Hersteller Evonik kann die badische Stadt Rheinfelden ihr eigenes Wärmenetz signifikant ausbauen.Künftig nutzen die Stadtwerke Rheinfelden die Abwärme des Abhitzekessels des dortigen Evonik-Standorts zu Wärmeversorgung. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten Oberbürgermeister Klaus Eberhardt und der Evonik-Standortleiter Olaf Breuer am vergangenen Montag.
"Ideale Bedingungen für Zusammenarbeit"
OB Eberhardt sprach von "einem Quantensprung, der nach jahrelanger Vorbereitung eine Weiterentwicklung des Nahwärmenetzes in der Kernstadt" ermögliche.Evonik kann Temperaturen unter 95 Grad Celsius nicht für die Produktion nutzen, das Wärmenetz der Stadtwerke hingegen ist auf Temperaturen zwischen 45 und 95 Grad ausgelegt.Deshalb gestalteten sich die Bedingungen für eine Zusammenarbeit ideal, heißt es in der Pressemitteilung.
Finanziert wird das Vorhaben von den Stadtwerken Rheinfelden, in einem ersten Schritt baut der städtische Eigenbetrieb Wärmetauscher auf dem Evonik-Gelände. Laut Stadtwerkeleiter Tobias Obert können aus dem Abhitzekessel künftig rund zwölf Mio. kWh Wäme ausgekoppelt werden. Diese Menge würde für die Kernstadt reichen. Bis 2050 sollen 3800 Wohnungen in der Kernstadt mit Wärme beliefert werden. Deshalb wird in den kommenden Jahren das Nahwärmenetz um etwa 2,5 Kilometer erweitert und auch das Schwimmbad angeschlossen.
Wärmenetz bereits in den schwarzen Zahlen
Die notwendigen Investitionen betragen rund 2,5 Mio.Euro, für rund eine Mio. Euro rechnet man mit einer Förderung des Bundes. Die Stadtwerke Rheinfelden betreiben seit rund drei Jahren ein Nahwärmenetz und versorgen damit unter anderem fünf Schulen, zwei Pflegeheime, einen Kindergarten und mehrere Wohngebäude. Der Eigenbetreib produziert pro Jahr rund fünf Mio. kWh an Wärme in Blockheizkraftwerken, Hackschnitzel- und Pelletheizungen sowie Erdgaskesseln. Das Wärmenetz schreibt bereits positive Zahlen. (hoe)

Gemeinsam mit Olaf Breuer (rechts), Evonik-Standortleiter in Rheinfelden, unterzeichnete Oberbürgermeister Klaus Eberhardt das mehrseitige Dokument.
Bild: Evonik/ Stadt Rheinfelden
Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.


