Beim Bau des Rechenzentrums FRA7 in Rosbach vor der Höhe will der Betreiber Firstcolo den Wasserbedarf der Kühlung begrenzen. Geplant ist ein geschlossener Kaltwasserkreislauf. Das Wasser zirkuliert im Gebäude. Luftgekühlte Kältemaschinen geben die Wärme an die Außenluft ab.
Fluss-, Bach- oder Grundwasser werde der Standort nicht für die Kühlung nutzen, teilt Firstcolo mit. Wasser sei nur für die Erstbefüllung des Systems nötig. Dafür veranschlagt das Unternehmen etwa 200 Kubikmeter. Im laufenden Betrieb soll dagegen kein Kühlwasser verbraucht werden. Nachspeisewasser sei nur im Ausnahmefall nötig, etwa bei Leckagen.
System ohne Verdunstung und Kühltürme
Die Kühlung unterscheidet sich damit von Verfahren in vielen älteren Rechenzentren. In deren Kühltürmen wird Wasser verdunstet und muss laufend ersetzt werden. Trockene, luftgekühlte Systeme kommen ohne diese Verdunstung aus.
Firstcolo erwartet für die eigentliche Kühlung einen Wasserverbrauchskennwert von annähernd null. Der Kennwert WUE (Water Usage Effectiveness) setzt den Wasserverbrauch eines Rechenzentrums ins Verhältnis zur Leistung der Informationstechnik. Er erfasst aber nicht den gesamten Wasserbedarf des Standorts. Denn für Sanitäranlagen und die übrige Gebäudetechnik fällt weiterhin Wasser an. Firstcolo vergleicht den Bedarf mit dem eines Büro- oder Gewerbegebäudes mit vergleichbarer Belegschaft.
Das Rechenzentrum FRA7 soll außerdem eine Station zur Wärmeauskopplung erhalten. Über Wärmetauscher könnte Niedertemperatur-Abwärme in ein kommunales Wärmenetz gelangen. Alternativ sei eine Nutzung für industrielle Kühlung mit Absorptionskältemaschinen möglich. Ob aber die Wärme genutzt wird, hängt von Abnehmern und der Infrastruktur ab.
Auch bei Maßnahmen zur Ausfallsicherheit setzt Firstcolo nicht auf eine zusätzliche Wasserquelle. Mehrere luftgekühlte Kältemaschinen sollen die Kälteerzeugung redundant (N+2) absichern. So können zwei zusätzliche Einheiten ausfallen. Bei den Kühlgeräten in den Serverräumen ist eine (N+1)-Auslegung geplant. Pufferspeicher und Kaltwasserverteilung ergänzen das System.
Der Hintergrund ist die wachsende Leistungsdichte moderner Rechner. Die Bundesregierung strebt laut der Nationalen Rechenzentrumsstrategie eine Verdoppelung der Kapazitäten bis 2030 an. Anwendungen der künstlichen Intelligenz erhöhen aber die thermische Belastung der Server. Hinzu kommt die extrem dichte Anordnung der IT-Infrastruktur in den Serverracks.