Die erste Erkundungsbohrung fiel dafür positiv aus, nun sollen Erdsondenbohrungen folgen.

Die erste Erkundungsbohrung fiel dafür positiv aus, nun sollen Erdsondenbohrungen folgen.

Bild: © Brudertack69/AdobeStock.com

Geht es nach Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, sollen innerhalb der Erdwärmekampagne bis 2030 zehn Terawattstunden Wärmeenergie aus Geothermie gewonnen werden. Das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) hat in Zusammenarbeit mit der EnBWund Enerchange über die Einschätzung von 18 Expertinnen und Experten relevante Faktoren identifiziert, welche in besonderem Maß zum Erfolg des Zehn-Terawattstunden-Ziels beitragen können. Diese Faktoren wurden gewichtet und quantitativ eingeordnet, heißt es in einer Pressemitteilung.

Wichtige Faktoren für den Ausbau mit Tiefer Geothermie sind demnach die Verfügbarkeit von Bohrgeräten, die Fachkräfteausbildung, der Wärmenetzausbau und der Abbau von teilweise derzeit starken Verzögerungen durch behördliche Auflagen und Genehmigungen. Damit der Hochlauf der Tiefen Geothermie beschleunigt werden kann, sollen nach Überzeugung der Studienautoren zudem die zügige Datenbereitstellung durch Behörden gewährleistet, der Betrieb von Wärmepumpen und die Explorationskosten gefördert werden. Weitere Faktoren, die den Ausbau der Geothermie aktiv-positiv beeinflussen, seien die Verfügbarkeit von 2-D- und 3-D-Seismik, die anwendungsnahe Forschungsförderung sowie die kommunalen Fördersysteme.

Instrumente gezielt überprüfen und anpassen

„Mit unserer Studie konnten wir eine Technologieprognose auf Grundlage ganz unterschiedlicher Experteneinschätzungen aus der Geothermiewirtschaft herleiten“, erläutert Inga Moeck, Leiterin des Forschungsbereiches Geothermik und Informationssysteme am LIAG und Professorin an der Universität Göttingen, in der Pressemitteilung. „Durch die Cross-Impact-Analyse können nun Instrumente zur Förderung des geothermischen Ausbaus gezielt überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.“

Als besonders systemkritisch stufen die Studienverantwortlichen die Verfügbarkeit von Bohrgeräten, die Mengeneffekte, den Knowhow-Transfer, die Kommunikation, die Lerneffekte, die Förderung der ersten Bohrung, die Fündigkeitsversicherung und die Projektentwicklung ein. Bei Fehlen, Reduktion oder Ausbleiben dieser Faktoren mit hohem Vernetzungsgrad befürchten sie eine Negativentwicklung der Geothermiewirtschaft, auch wenn an anderer Stelle gefördert wird. (amo)

 





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