Die Preise für Öl, Gas oder Fernwärme sind in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen. Wer noch eine alte Anlage im Keller stehen hat, muss für Wärme besonders tief in die Tasche greifen.

Die Preise für Öl, Gas oder Fernwärme sind in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen. Wer noch eine alte Anlage im Keller stehen hat, muss für Wärme besonders tief in die Tasche greifen.

Bild: © Carsten Koall/dpa

Kälterer Winter, hohe Kosten: Haushalte in Mehrfamilienhäusern mussten 2025 erneut mehr fürs Heizen aufbringen. Die Verbrauchskosten je Quadratmeter lagen im Schnitt 45 Prozent über dem Niveau von 2021.

Zwar blieben die Energiepreise im Vergleich zu 2024 nahezu stabil. Seit 2021 stiegen sie jedoch im Mittel um 81,9 Prozent. Erdgas verteuerte sich in diesem Zeitraum um knapp 90 Prozent, Heizöl um 72,5 Prozent und Fernwärme um 71,2 Prozent. Zugleich fiel die Heizperiode kälter aus als 2024. Der höhere Wärmebedarf ließ deshalb die Kosten weiter steigen.

Das geht aus dem neuen Techem Atlas für Energie, Wärme und Wasser hervor. Dafür wertete das Unternehmen anonymisierte Abrechnungsdaten aus rund 94.000 Mehrfamilienhäusern mit etwa 1,1 Millionen Wohnungen aus. Die Studie bezieht sich auf das Kalenderjahr 2025 und untersucht zentral versorgte Gebäude.

Witterungsbereinigt sank der Verbrauch spürbar

Der Blick auf den Verbrauch scheint zunächst nicht zur Kostenentwicklung zu passen. Denn witterungsbereinigt sank der Endenergieverbrauch zwischen 2021 und 2025 im Mittel um 11,9 Prozent. Für Raumheizwärme lag er 2025 zudem um 3,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Ohne Wetterbereinigung wirkte sich die kältere Heizperiode jedoch als Mehrverbrauch aus. Die zwei Gründe für die auseinanderlaufende Entwicklung: Menschen sparen angesichts der Preise mehr Energie und die Heizungen werden effizienter.

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Techem-Co-CEO Ulrich Schiller sieht aber in vielen Haushalten nur noch wenig Spielraum für Einsparungen. "Viele Verbraucher haben die Einsparpotenziale, die ihnen unter anderem die unterjährige Verbrauchsinformation eröffnet, bereits weitgehend ausgeschöpft."

Regional klaffen die Kosten auseinander: Im Saarland zahlten Haushalte durchschnittlich 14,50 Euro je Quadratmeter, in Berlin 10,34 Euro. Bei den Städten reichte die Spanne von 8,99 Euro in Bielefeld bis 13,34 Euro in Ravensburg.

Wärmepumpen sind günstig – aber nicht überall gleich effizient

Im untersuchten Bestand verursachten Wärmepumpen die niedrigsten Wärmekosten je Quadratmeter. Die Daten zeigen zugleich, dass rund 40 Prozent der Mehrfamilienhäuser ohne Heizkörpertausch für Niedertemperatursysteme geeignet sind. Mit einem Heizkörpertausch steigt der Anteil laut Techem auf etwa 80 Prozent, mit speziellen Niedertemperaturheizkörpern auf rund 90 Prozent.

Die technische Eignung ist allerdings keine Aussage über die Investitionskosten eines konkreten Projekts. Wärmepumpen finden sich im ausgewerteten Bestand bislang vor allem in Gebäuden mit guter Gebäudehülle.

Mehr dazu lesen Sie hier: Gleiche Wärmepumpe, andere Stadt – 50.000 Euro Unterschied

Zudem sieht Techem bei rund 30 Prozent der untersuchten Anlagen Potenzial für einen effizienteren Betrieb, etwa durch eine optimierte Steuerung. Als Maßstab dient die Jahresarbeitszahl (JAZ): Sie zeigt, wie viel Wärme eine Anlage im Verhältnis zum eingesetzten Strom erzeugt. Gute Werte liegen im Allgemeinen über 3. Bei Anlagen für reine Raumheizung betrug die mittlere JAZ 3,3. Bei Anlagen, die auch Warmwasser bereiten, betrug sie 3,0. Zugleich erreichten etwa 30 Prozent der Anlagen für Raumheizung höchstens 2,75; bei Anlagen mit Warmwasser lag rund ein Drittel sogar unter 2,5.

Der Umbau bleibt eine große Aufgabe: Knapp 89 Prozent der Wohnfläche in deutschen Mehrfamilienhäusern wurden 2025 noch mit fossilen Energieträgern beheizt. Erdgas stellte mit knapp 57 Prozent den größten Anteil. Zugleich rückt die Digitalisierung näher an eine Frist: Zum 1. Januar 2027 müssen die Erfassungsgeräte nach EU-Vorgabe vollständig fernablesbar sein. In Deutschland ließen sich 2025 bereits 91,4 Prozent der Geräte ohne Betreten der Wohnungen ablesen.

Für die Branche stehen damit zwei Aufgaben nebeneinander: den fossilen Bestand schrittweise umzurüsten und im laufenden Betrieb weitere Effizienzpotenziale zu heben. Der Atlas liefert dafür technische Bestandswerte – eine Wirtschaftlichkeitsrechnung für einzelne Modernisierungsvorhaben ersetzt er nicht.

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