Das "Energiesiegel Böblingen" ist eine Anfang 2019 geschlossene Kooperation zwischen den Stadtwerken Böblingen und Energieberatern aus der Nähe zugunsten der energetischen Gebäudesanierung. Hier bei der Unterzeichnung von links die Energieberater Dirk Seel, Michael Hanka, Ludwig Schmidt sowie Stadtwerkechef Gerd Hertle.

Das "Energiesiegel Böblingen" ist eine Anfang 2019 geschlossene Kooperation zwischen den Stadtwerken Böblingen und Energieberatern aus der Nähe zugunsten der energetischen Gebäudesanierung. Hier bei der Unterzeichnung von links die Energieberater Dirk Seel, Michael Hanka, Ludwig Schmidt sowie Stadtwerkechef Gerd Hertle.

Bild: © Stadtwerke Böblingen GmbH & Co. KG

Die Stadtwerke Böblingen bei Stuttgart haben mit den ersten drei freiberuflichen Energieberatern eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet und diese vergangene Woche auf einem Bürgerinformationsabend zur energetischen Sanierung eines Quartiers vorgestellt. Sie heißt "Böblinger Energiesiegel", ist aber kein weiteres Label, das von irgendjemandem herausgegeben werden würde, stellt Tobias Schwarz gegenüber der ZfK klar. Er ist Sanierungsmanager sowie Teamleiter Wärme, Konzepte und Dienstleistungen bei dem Kommunalversorger.

Die Zusammenarbeit wurde gemeinsam mit den ersten teilnehmenden Energieberatern entwickelt. Das "Siegel" wird auch von der Stadt und der Energieagentur des gleichnamigen Landkreises unterstützt. Sinn und Gegenstand seien, so Schwarz:

  • Man will Hauseigentümer(gemeinschaften), die an einer energetischen Sanierung interessiert sind, bei der Auswahl des Energieberaters nicht mehr undifferenziert auf die offizielle, bundesweite Liste aus dem KfW-432-Programm verweisen müssen, in der sie sich dann verlieren, sondern sie mit einem "gewissen Qualitätsversprechen" an die Hand nehmen. Die ins "Böblinger Energiesiegel" aufgenommenen Energieberater müssen nämlich in bestimmten Fristen auf Anfragen von Hauseignern reagieren und am Objekt beraten. Dabei biete das Stadtwerk immer die Rückfallposition.
  • Die Energieberater sollen aus einem bestimmten Umkreis von Böblingen kommen, damit mehr Wertschöpfung in der Region bleibt. Alle Büros in der Nähe, die für das KfW-432-Programm "Energetische Stadtsanierung" qualifiziert sind, seien angeschrieben worden, so der Sanierungsmanager. Die ersten drei, die mitmachen, arbeiten in der Kreisstadt und in Nachbargemeinden. "Wir können die Sanierungsberatung nicht alleine stemmen und wollen den örtlichen Energieberatern keine Konkurrenz machen", so beschreibt Schwarz die strategische Marschroute. "Sie bekommen mit dem 'Böblinger Energiesiegel' eine Werbeplattform. Und sie sollen unabhängig bleiben."
  • Die Stadtwerke wollen sich regelmäßig, zum Beispiel halbjährlich, mit den Energieberatern treffen und Erfahrungen sowie Verbesserungspotenziale erörtern.

Energetische Quartierskonzepte als Geschäftsfeld

Die Stadtwerke Böblingen organisieren – im Auftrag der Daimler-Stadt und zusammen mit Ingenieurbüros – zwei energetische Quartierskonzepte mit zusammen 200 Gebäuden. Die dahinterliegende Unternehmensstrategie umreißt Geschäftsführer Gerd Hertle so: aus eigenem Antrieb die CO2-Emissionen senken zu helfen und den Eigentümer Stadt bei seinen Klimaschutz-Anstrengungen zu unterstützen. Das Rathaus beschäftigt mit Anja Kruppa eine "Klimaschutzmanagerin". In den beiden unterschiedlich großen Quartieren dominiere, so Schwarz, Bausubstanz der 60er und 70er Jahre. Das eine weise eher ölgeheizte Einfamilienhäuser auf, das andere vornehmlich öl- oder gasbefeuerte Mehrfamilienhäuser sowie häufig Gebäude in Mischnutzung mit Gewerbe. (geo)

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