Auch in Zeiten von Corona gelte es, die Klimaziele konsequent weiter zu diskutieren, betonte Olaf Lies, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, in einem Dialog zum Klimaschutz im Gebäudesektor des Wirtschaftsforums der SPD e.V. Genau jetzt sei der richtige Zeitpunkt, über den Klimaschutz zu reden. Zwar habe man seit 1990 beträchtliche Fortschritte bei der energetischen Sanierung im Gebäudesektor gemacht, es seien aber noch mehr Maßnahmen nötig. Regierungspolitisches Ziel ist es, in diesem Bereich die CO₂-Emissionen bis 2030 auf 30 Prozent des 1990-Niveaus zu senken.
Bisher würde in dieser Diskussion mehr über die Kosten gesprochen und nicht so sehr über das Klima. Besonders jetzt: Bislang seien die Energiepreise so stetig angestiegen, dass sich eine energetische Sanierung gelohnt habe. Nun fallen durch die Corona-Krise die Energiepreise in den Keller, was sich kontraproduktiv auf die energetische Sanierung im Gebäudebereich auswirke. Was man im Baugewerbe nach der Krise erleben werde, sei allerdings noch unsicher, so Lies.
Mieten müssen bezahlbar bleiben
Der niedersächsische Energieminster fordert daher, Anreize zu schaffen, damit wieder in energetische Sanierung investiert werde. Schließlich handle es sich bei Klimaschutz im Gebäudebereich um ein langfristiges Programm, das Beschäftigungssicherheit schaffe. "Wir wollen nichts teuer machen, sondern dafür sorgen, dass ein Umstieg möglich ist", so Lies. Dabei gelte es, nicht nur Anreize für Vermieter zu etablieren, sondern auch für Mieter.
Wichtig dabei bleibe allerding stets die Vereinbarkeit von bezahlbarem Wohnraum und Klimaschutz, betont Lies. Mieten müssen bezahlbar bleiben.
Verpflichtender Sanierungsplan gefordert
Im Neubaubereich habe man inzwischen einen sehr guten energetischen Standard erreicht, mit dem man zumindest Klimaneutralität möglich machen könne. Allerdings gebe es einen "unglaublichen" Sanierungsbedarf bei Bestandsgebäuden. Lies fordert zudem einen verbindlichen Sanierungsplan, der die unterschiedlichen Maßnahmen auflistet, um herauszufinden, welche davon in welcher Situation besonders sinnvoll seien. Dazu müsse in Etappen nachgewiesen werden, was erreicht wurde, so Lies‘ Forderung.
Der Energieminister macht sich vor allem auch für intelligente Quartierskonzepte stark, die die CO₂-Emissionen gesamtheitlich in den Blick nehmen, statt sich wie bisher vor allem auf die energetische Betrachtung von Gebäuden, insbesondere auf die Heizungen, zu beschränken. (sg)
