Das Land Nordrhein-Westfalen will mit dem virtuellen Kompetenzzentrum Wärmewende NRW ein neues Unterstützungsangebot für kommunale Akteure schaffen. Ziel sei es, die Wärmewende systematisch anzugehen, heißt es aus Düsseldorf. Die Projektpartner sind das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie NRW, die Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz NRW.Energy4Climate, das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW und der Geologische Dienst NRW.
Das Kompetenzzentrum Wärmewende bündelt unter der Federführung von NRW.Energy4Climate die Expertise der beteiligten Akteure, um die klimaneutrale Wärmeversorgung in Nordrhein-Westfalen weiter voranzubringen. Neben Energieeinsparungen rückt das Projekt insbesondere die Umstellung auf Erneuerbare Energien in der Wärmeversorgung stärker in den Fokus. Auf der virtuellen Plattform www.waermewende.nrw sind auch Beratungsleistungen für Kommunen, Energieversorger und die Immobilienwirtschaft verfügbar – beispielsweise Best-Practice-Beispiele aus Nordrhein-Westfalen oder Handlungsleitfäden zur Datenverfügbarkeit im Wärmekataster NRW.
Anlaufstelle für Kommunen und Stadtwerke
„Der Wärmesektor verursacht mit etwa 55 Prozent des heutigen Endenergieverbrauchs einen wesentlichen Anteil der Treibhausgasemissionen in Deutschland. Doch wo fängt man an, wie geht man vor? Für diese Fragen wollen wir die Anlaufstelle sein – für die zukünftig zur Wärmeplanung verpflichteten Kommunen in Nordrhein-Westfalen und natürlich auch für alle anderen beteiligten Akteure. Das Kompetenzzentrum Wärmewende NRW soll die nötige Unterstützung bieten, um richtige Entscheidungen für eine klimaneutrale Zukunft der Wärmeversorgung zu treffen“, erläutert Ulf C. Reichardt, Vorsitzender der Geschäftsführung von NRW.Energy4Climate.
Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) unterstützt das Kompetenzzentrum als Kooperationspartner im Bereich der notwendigen Datengrundlage. „Um die Wärmewende in den Kommunen voranzutreiben, ist eine solide Datengrundlage essentiell. Im Wärmekataster des LANUV wird der Status quo des Wärmebedarfs von Gebäuden und Prozessen und der Wärmeversorgung aufgezeigt. Die lokalen Potenziale erneuerbarer Wärmequellen können hier direkt mit den regional vorherrschenden Wärmesenken verknüpft werden“, verdeutlicht Sibylle Pawlowski die Rolle des Wärmekatasters als zentrale Datenplattform für die kommunale Wärmeplanung in NRW.
Geothermie als wichtige Säule
Eine wichtige zukünftige Säule für eine erfolgreiche Wärmewende in NRW ist auch die mitteltiefe und tiefe Geothermie. Der Geologische Dienst NRW, Partner des Kompetenzzentrums Wärmewende, stellt für die Nutzung der Geothermie wichtige Informationen und Beratungsangebote zur Verfügung. Ulrich Pahlke, Direktor des Geologischen Dienstes NRW: „Für Kommunen und Energieversorger stellt sich die Frage nach den Möglichkeiten einer geothermischen Energieversorgung. Um diese Fragen beantworten zu können, erkundet der Geologische Dienst NRW den Untergrund, entwickelt großräumige Untergrundmodelle und stellt diese über www.geothermie.nrw.de zur Verfügung. Darüber hinaus stehen wir aber auch für Gespräche und Informationsveranstaltungen zum Thema Geothermie sowie ersten Standortanalysen zur Verfügung.“
Eine bundesweite gesetzliche Regelung zur verpflichtenden kommunalen Wärmeplanung wird im Laufe des Jahres erwartet. (amo)



