Rund 95 Prozent der Fernwärme für die Universitätsstadt Münster wird im Heizkraftwerk am Hafen erzeugt. Ursprünglich sollte dieses perspektivisch durch ein Gasmotorenkraftwerk ersetzt werden. Doch diese Planungen hat der Kommunalversorger jetzt endgültig ad acta gelegt.
"Bei dieser Lösung wäre das Erneuerbarenpotenzial viel zu gering", erklärt Sebastian Jurczyk, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Stadtwerke Münster, im Interview mit der ZfK. Eine vielversprechende Alternative sieht er nun in einem dezentralen Konzept mit einem Schwerpunkt auf der Nutzung von Tiefengeothermie.
Umfang der möglichen Nutzungspotenziale noch offen
Bei der Bezirksregierung Arnsberg habe man bereits einen Aufsuchungsantrag gestellt, eine Kooperation mit der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie geschlossen, so Jurczyk. Ob und in welchem Umfang die Geothermie die für Münster benötigte Wärme abdecken kann, ist noch offen.
Frühestens 2027 könnte eine erste Nutzung von Erdwärme möglich sein, heißt es. Das künftige Wärme-Konzept soll künftig auch Gas-BHKWs, größere Wärmepumpen, Power-to-Heat-Anlagen, Wärmespeicher und Solarthermie umfassen.
Sukzessive Umstellung auf grüne Wärme
Das zu 100 Prozent kommunale Unternehmen geht künftig von einem maximal gleichbleibenden Wärmebedarf in Münster aus. Die Umstellung auf eine komplett grüne Wärmeversorgung wird laut Unternehmensangaben bis 2040 oder 2050 dauern.
"Wenn wir zunehmend mehr Geothermie oder andere dezentrale Lösungen zubauen, können wir perspektivisch die eine oder andere Turbine im Kraftwerk zurückfahren", sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung.
Neue Unternehmensstrategie
Der neue Fokus in Sachen Wärmewende ist ein direkter Ausfluss der neuen Unternehmensstrategie der Stadtwerke Münster. In dieser stehen die grüne Transformation der Stadt, insbesondere die Energie- und Verkehrswende vor Ort, ganz oben auf der Prioritätenliste. (hoe)
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Ein Porträt der Stadtwerke Münster lesen in der Dezemberausgabe der ZfK. Dabei geht es auch um die ambitionierten Verkehrswende-Pläne des Unternehmens und die neue Unternehmenskultur. Die Ausgabe erscheint am Montag, 6. Dezember.



