Die Stadtwerke Düsseldorf produzieren ab sofort eigenen Wasserstoff und betreibt damit die Brennstoffzellenbusse im öffentlichen Personennahverkehr. Das Unternehmen nahm am 17. Juli am Standort Höherweg einen Elektrolyseur mit zwei Megawatt Leistung in Betrieb, teilte es mit.
Erstmals werde Wasserstoff in der Landeshauptstadt nicht nur lokal hergestellt, sondern auch im städtischen Umfeld genutzt. Über eine Direktleitung gelange das Gas zu einer benachbarten, öffentlichen Wasserstoff-Tankstelle des Betreibers "H2 MOBILITY", um unter anderem die Busse der Rheinbahn zu versorgen.
Ökostrom aus Müllverbrennung
Der für die Elektrolyse benötigte Strom stammt demnach aus dem biogenen Anteil des Abfalls der Müllverbrennungsanlage Düsseldorf-Flingern. Er werde über eine direkte Anbindung aus dem Kraftwerk Flingern bezogen und sei damit Strom aus erneuerbaren Energien gleichgestellt. Oberbürgermeister Stephan Keller bezeichnete die Inbetriebnahme als weiteren Schritt auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt.
Auch NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) betonte die Rolle von Wasserstoff für klimafreundliche Mobilität und verwies auf kurze Betankungszeiten und hohe Reichweiten, etwa für Busse und Lkw. Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe erklärte, der Elektrolyseur ergänze die Tankstelle am größten Betriebshof der Rheinbahn und ermögliche kurze Wege sowie einen flexiblen Einsatz der Wasserstoffbusse.
Millionenprojekt als Blaupause
Die Stadtwerke Düsseldorf investieren nach eigenen Angaben insgesamt rund 5,5 Millionen Euro in das Projekt. Gefördert wird der Elektrolyseur im Rahmen des "Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie" mit rund 1,2 Millionen Euro durch das Bundesverkehrsministerium.
Mit der Inbetriebnahme soll in Düsseldorf eine regionale Wertschöpfungskette entstehen, die Erzeugung, Infrastruktur und Anwendung im ÖPNV verbindet. Martin Jüngel, Geschäftsführer und CFO von "H2 MOBILITY", sprach von einem Beispiel für ein zunehmend vernetztes Wasserstoffcluster in der Rhein-Ruhr-Region. Die Projektpartner sehen das Vorhaben als Blaupause für weitere urbane Wasserstoffprojekte.