V.l.n.r.: Roland Ruscheweyh und Martin Lebek (beide Remondis) sowie Ingo Hannemann und Johannes Brunner (beide Hamburg Wasser) in der fertiggestellten Phosphor-Recyclinganlage

V.l.n.r.: Roland Ruscheweyh und Martin Lebek (beide Remondis) sowie Ingo Hannemann und Johannes Brunner (beide Hamburg Wasser) in der fertiggestellten Phosphor-Recyclinganlage

Bild: © Krafft Angerer

Hamburg Wasser und Remondis haben am Freitag auf dem Hamburger Klärwerk angekündigt, ab Januar 2021 den Betrieb der neuen Phosphor-Recyclinganlage mit einer gut dreimonatigen Einfahrphase zu starten. Nach Angaben der beiden Unternehmen ist das Projekt bislang weltweit einzigartig. In Hamburg wird der lebenswichtige Rohstoff Phosphor mit dem von Remondis entwickelten TetraPhos-Verfahren erstmals wirtschaftlich effizient und im großtechnischen Maßstab aus Abwasser zurückgewonnen. Jährlich wird die Anlage rund 20.000 Tonnen Klärschlammasche verwerten und daraus rund 7000 Tonnen hochreine Phosphorsäure gewinnen.
 
Das patentierte TetraPhos-Verfahren zum Phosphorrecycling erfülle bereits heute die ab 2029 geltenden gesetzlichen Vorgaben, wird Martin Lebek, Geschäftsführer von Remondis Aqua Industrie, in einer Pressemitteilung zitiert. In der Anlage werden mehrere marktfähige Sekundärrohstoffe zurückgewonnen: Phosphor, das zur Düngung verwendet kann und derzeit hauptsächlich importiert wird, Eisen- und Aluminiumsalze, die zur Phosphat-Elimination in der Kläranlage eingesetzt werden können, sowie Gips für die Baustoffindustrie.

In der Nähe von VERA
 
Die Phosphor-Rückgewinnungsanlage wurde in gut anderthalb Jahren auf dem Gelände des Klärwerks Hamburg in unmittelbarer Nähe zur Klärschlammverbrennungsanlage VERA der Hamburger Phosphorrecyclinggesellschaft (HPHOR) als Gemeinschaftsunternehmen von Hamburg Wasser und Remondis errichtet. „Wir nutzen Klärschlamm seit mehr als 20 Jahren, um Strom und Wärme daraus zu gewinnen“, sagt Ingo Hannemann, technischer Geschäftsführer von Hamburg Wasser. „Mit der Phosphor-Recyclinganlage gehen wir nun den nächsten Schritt und schließen einen weiteren wichtigen Stoffkreislauf.“  

Die Bundesregierung hat gesetzlich vorgeschrieben, dass Phosphor ab 2029 aus Abwasser zurückgewonnen und in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden muss. Hamburg Wasser wird der erste kommunale Entsorger sein, der diese Vorgabe erfüllt. Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium mit Mitteln aus dem Umweltinnovationsprogramm gefördert. (hp)

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