Pro Jahr will Kiel die Gesamtabfallmenge pro Kopf um 15 Prozent reduzieren.

Pro Jahr will Kiel die Gesamtabfallmenge pro Kopf um 15 Prozent reduzieren.

Bild: © Landeshauptstadt Kiel/Annika Loewe

Kiel stellt am Donnerstag sein Zero-Waste-Konzept vor. Es wurde von Wissenschaftlern des Wuppertal-Instituts zusammen mit der Kommunikationsagentur Stakeholder Reporting sowie dem Büro für Umweltwissenschaften entwickelt. Ein Fokus lag darauf, die Kieler aktiv einzubeziehen und gemeinsam den Weg zur Zero-Waste-City zu planen, heißt es in der Zusammenfassung des Konzepts.

Die zahlreiche Beteiligung an den Zero-Waste-Veranstaltungen untermauere, wie groß das Bewusstsein und auch die Begeisterung für das Thema in der Bevölkerung sei. Deshalb werde auch die Akzeptanz des Konzeptes als hoch eingeschätzt.

Mitglied von Zero Waste Europe

Bereits 2018 hatte die Stadtverwaltung beschlossen, zur „Zero Waste City“ zu werden, und sich als erste deutsche Stadt dem Netzwerk „Zero Waste Europe“ angeschlossen. Die Organisation unterstützt Städte und Gemeinden dabei, Abfall nach und nach zu reduzieren – nicht durch Verbrennung oder Deponierung, sondern durch die Schaffung und Umsetzung von Systemen, die von vornherein keinen Abfall erzeugen sowie die getrennte Sammlung und das Recycling fördern.

Im Zuge des Programms setzt sich die Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein folgende Ziele:

  • bis zum Jahr 2035 die Gesamtabfallmenge pro Kopf pro Jahr durchschnittlich um 15 Prozent zu reduzieren und
  • die Haus- und Geschäftsabfälle, umgangssprachlich auch Restabfälle, bis zum Jahr 2035 zu halbieren und langfristig auf 50 kg/pro Einwohner und Jahr zu verringern.

Sektorspezifische Ziele

Neben diesen beiden Hauptzielen werden für die Sektoren Abfallsystemumstellung, öffentliche Verwaltung, Haushalte, Bildungseinrichtungen, Gewerbe, Handel und Events noch 18 sektorspezifische Ziele mit den Zeithorizonten 2025 bis 2050 aufgestellt. Ein zentraler Bestandteil des Konzeptes ist außerdem der Maßnahmenkatalog. Dieser listet Instrumente auf die im Rahmen einer lokalen Status-quo-Analyse, einer Recherche zu weltweiten Good Practices sowie in einer Workshopreihe von den Kielern ermittelt wurden.

In Form eines Handlungsplans wird in dem Konzept dargestellt, wie eine stufenweise Umsetzung der Maßnahmen in Kiel erfolgen kann. Wichtig sei die Erkenntnis, dass nicht einzelne Initiativen den Erfolg des Konzeptes ausmachen werden, sondern das gezielte Zusammenwirken einer Reihe von Maßnahmen, heißt es im Vorwort. Gleichzeitig wird ein Monitoring implementiert, das die Fortschritte überwacht. (hp)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper