Seit 2018 hat die Regierung vom westafrikanischen Benin nicht bioabbaubare Plastiktüten verboten, um Umweltprobleme einzudämmen. Nun werden nachhaltige Verpackungen aus natürlichen Materialien wie Bananenblättern entwickelt, teilte die Universität Bonn mit. Bei dem Projekt "WALF-Pack" arbeiten die deutschen Wissenschaftler mit ihren Pendants in Benin zusammen.
Untersucht wird aktuell, ob die Wasserhyazinthe sich als Verpackungsgegenstand eignet. Sie ist eine invasive Wasserpflanze aus Südamerika, die unter den Umweltbedingungen in Afrika schnell wächst und dort die Seen und Flüsse überwuchert. Aus einer aktuellen Laboruntersuchung geht hervor, dass die geernteten Pflanzen nicht mit Schwermetallen belastet sind und somit einen Einsatz im Kontakt mit Lebensmitteln möglich macht, heißt es seitens der Universität Bonn.
Wieso der Aufwand?
Das Ziel des Projektes "West African local food packaging" (WALF-Pack) ist es, alte Techniken der Verpackung mit Pflanzenblättern weiterzuentwickeln, teilte die Universität Bonn mit. Dazu gehört beispielsweise die Kombination mit neuen Technologien wie Bioplastik und einer nachhaltigeren Beschichtung. Traditionell würden immer noch viele Lebensmittel wie zum Beispiel verschiedene Breie in Blättern von Bananen oder anderen lokalen Pflanzen verpackt. Dies diene dabei nicht nur dem Schutz, Transport oder der Präsentation, sondern manchmal auch dem Geschmack des Produktes.
"Da Benin zu einem der ärmsten Ländern der Welt gehört, in dem immer noch mehr als eine Million Menschen unterernährt sind, ist der Schutz von Lebensmitteln durch Verpackungen besonders wichtig“, sagt Judith Kreyenschmidt, die Leiterin des Projektes vom Institut für Tierwissenschaften der Universität Bonn. Dieser Schutz sei vor allem beim Transport sehr wichtig, da durch fehlende oder suboptimale Verpackungen wertvolle Lebensmittel verloren gingen. Die übermäßige Nutzung von Plastik als Verpackungsmaterial führe in Ländern wie Benin, die keine Abfallwirtschaft besitzen, zu starker Umweltverschmutzung. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert das Vorhaben "WALF-Pack" für drei Jahre mit 350.000 Euro. (gun)


