Auf ihrer diesjährigen Hauptversammlung berichtete Schleswig-Holstein Netz (SH Netz) über eine Umsatzerhöhung im Geschäftsjahr 2024 auf 2,3 Milliarden Euro. Im Jahr davor waren es noch 2,18 Milliarden Euro. Ein Schwerpunkt im vergangenen Jahr war mit Investitionen von rund 345 Millionen Euro der Ausbau der Energienetze in Schleswig-Holstein.
Damit einher ging ein starker Personalaufbau. SH Netz hat im vergangenen Jahr fast 200 neue Jobs geschaffen. Im Jahresdurchschnitt waren etwa 1600 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für das Unternemen tätig. Wir fragten bei Stephanie Ladwig, Personalvorständin von Hansewerk, zu der SH Netz gehört, nach den Gründen.
SH Netz hat im vergangenen Jahr fast 200 neue Jobs geschaffen. In welchen Bereichen haben Sie besonders viele Einstellungen vorgenommen?
Hintergrund der Einstellungen in der gesamten Hansewerk-Gruppe sind unsere vielfältigen Aktivitäten zum Zweck der Energie- und Wärmewende. Wir bauen insbesondere bei unserer Tochter SH Netz unsere Stromnetze massiv aus, um erneuerbare Energien anzuschließen. Auch bei Hansewerk Natur erweitern wir unser Team, um unter anderem unsere 124 Wärmenetze klimaneutral auf erneuerbare Energien umzurüsten. Dafür benötigen wir weitere Kolleginnen und Kollegen vor allem im technischen Bereich. Aber auch in den Querschnittsfunktionen wie IT oder Kundenservice haben wir Personal aufgebaut.
War es schwierig, so viele neue Mitarbeiter zu finden?
Der Fachkräftemangel macht auch vor uns nicht halt – vor allem bei spezialisierten Profilen wie Monteuren, Meistern und Ingenieuren. Aber: Wir stehen für Zukunftsthemen, Stabilität und Sinn in der Arbeit. Das überzeugt viele Bewerberinnen und Bewerber. Zudem beobachten wir, dass sich der Arbeitsmarkt aktuell wieder verändert – von einem reinen Arbeitnehmermarkt zu einem ausgewogeneren Markt. Unsere Themen sind gefragt, das spüren wir.
Welche speziellen Highlights, die über den Standard hinausgehen, können Sie bieten?
Zunächst einmal ermöglichen wir eine sinnstiftende Tätigkeit. Unsere Mitarbeitenden gestalten aktiv die Energie- und Wärmewende mit – das ist für viele ein starkes Argument. Dazu kommen viele Vorteile: unter anderem moderne Arbeitsmodelle mit bis zu 50 Prozent Homeoffice, eine betriebliche Altersversorgung, eine durch Zertifikat bestätigte Familienfreundlichkeit oder auch individuelle Entwicklungsmöglichkeiten bei uns oder einer unserer Schwestergesellschaften im Eon-Konzernverbund. Wir bieten Freiräume, Vertrauen und ein echtes Miteinander. Und: Wir reden nicht nur über Transformation – wir leben sie.
Wie bewältigen Sie die Herausforderungen, die so viele Neueinstellungen mit sich bringen?
Wir setzen auf ein durchdachtes Onboarding, praxisnahe Weiterbildung und viel persönliche Begleitung, um die neuen Kolleginnen und Kollegen so schnell wie möglich fit zu machen für ihre neuen Aufgaben. Darüber hinaus unterstützen wir alle Abteilungen, die neues Personal einstellen, mit vielfältigen Weiterbildungen und Projekten. Ganz wichtig: Unsere erfahrenen Teams nehmen neue Mitarbeitende mit. Der enorme Aufwuchs in den vergangenen Jahren ist eine Teamleistung, für die ich sehr dankbar bin. Wir achten bewusst darauf, dass wir nicht nur "mehr", sondern auch "besser" werden.
Wird das Tempo beim Zuwachs der Belegschaft weiter anhalten?
In den letzten Jahren haben wir in der Hansewerk-Gruppe rund 600 neue Stellen geschaffen, ein Großteil davon bei SH Netz, aber auch bei unserer Wärmegesellschaft Hansewerk Natur. Das ist eine Ansage. Weiterhin wird die Energie- und Wärmewende bei uns im Fokus stehen, so dass wir – je nach Investitionsvolumen und Projektfortschritten – auch in den Folgejahren wachsen werden. Die Energie- und Wärmewende braucht viele kluge Köpfe – und wir sind gut vorbereitet.
Nehmen Sie auch Einstellungen "auf Halde" vor, ohne die jeweiligen Beschäftigten momentan zu benötigen?
Nein, unsere Einstellungen sind klar an konkreten Bedarfen ausgerichtet. Die Aufgaben sind da – und sie sind anspruchsvoll durch Herausforderungen wie die Verdopplung der Anschlusskapazitäten für erneuerbare Energien, dem Bau von mehr als 120 neuen Umspannwerken und der Errichtung von tausenden Kilometern neuer Stromnetze. Ob Netzausbau, Wärmewende oder Digitalisierung: Wir planen mit Augenmaß, aber einer klaren Zukunftsorientierung und benötigen alle neu eingestellten Kolleginnen und Kollegen.
Das Interview führte Elwine Happ-Frank
