Der scheidende und der künftige Geschäftsführer des Dortmund Airport, Udo Mager (Zweiter von links) und Ludger van Bebber (Dritter), im März 2020 mit dem Chef der Mutter DSW21, Guntram Pehlke (rechts) und Betriebsratschef Thomas Stegmann

Der scheidende und der künftige Geschäftsführer des Dortmund Airport, Udo Mager (Zweiter von links) und Ludger van Bebber (Dritter), im März 2020 mit dem Chef der Mutter DSW21, Guntram Pehlke (rechts) und Betriebsratschef Thomas Stegmann

Bild: Hans-Jürgen Landes/DSW


Ludger van Bebber wird "im Spätsommer" neuer Geschäftsführer der Flughafen Dortmund GmbH. Über einen entsprechenden Beschluss der Gesellschafterversammlung aufgrund einer Auswahl durch eine Findungskommission und einer Empfehlung des Aufsichtsrates berichtete die Mutter Dortmunder Stadtwerke AG (DSW21) am Freitag.

Der 56-jährige Wirtschaftsingenieur leitet seit 2004 den ehemaligen britischen Militärflughafen Weeze im Kreis Wesel. In Dortmund-Wickede wird er Udo Mager nachfolgen, der aus gesundheitlichen Gründen ausscheidet.

"Versteht es, die Belegschaft einzubinden"

Aiport-Aufsichtsratschef Guntram Pehlke, auch Vorsitzender der Findungskommission, rühmte an van Bebber dessen „großes Netzwerk“, dessen Führung „durch sehr schwierige Zeiten“ und – "zunehmend wichtig am Airport21" – dessen Entwicklung des Nebengeschäfts (non-aviation). Dank jahrelanger Zusammenarbeit auf der Verbandsebene kenne dieser zudem die Dortmunder Themen und könne „sofort loslegen“.

Der Vorsitzende des Flughafen-Betriebsrates, Thomas Stegmann, der der Findungskommission ebenfalls angehörte, äußerte sich ferner „sicher, dass der künftige Geschäftsführer den Weg der wirtschaftlichen Konsolidierung fortsetzen wird und es versteht, die Belegschaft des Flughafens in diesen Prozess einzubinden“.

Vor Corona der wachstumsstärkste Airport

Der Flughafen Dortmund hatte 2019 mit 2,72 Millionen Fluggästen, vornehmlich nach und von Ost- und Südeuropa, einen neuen Passagierrekord aufgestellt und sein Defizit auf gut zehn Millionen Euro verringert. Darüber hinaus war er der wachstumsstärkste Flughafen in Deutschland (+19 Prozent). Derzeit ist der Flugbetrieb wegen Corona ebenso eingeschränkt wie in Weeze, von wo aus europäische und mediterrane Ziele angeflogen werden.

Als jüngstes von sieben Kindern in Duisburg geboren, absolvierte Ludger van Bebber zunächst eine Schreiner-Lehre und studierte anschließend in Saarbrücken Wirtschaftsingenieurwesen. Nach ersten Erfahrungen mit Produktmanagement und -marketing in einem Maschinenbau-Unternehmen wurde er Mitte der 1990er Jahre Geschäftsführer der Kreis Kleve Bauverwaltungs-GmbH (KKB). Die KKB organisiert alle Neubauten und den Unterhalt von Immobilien und Straßen in dem Landkreis, aber auch den Strukturwandel. So etwa nach dem Abzug der britischen Rheinarmee die Entwicklung des früheren Militärgeländes zum Flughafen Weeze.

Bis Ende 2023 operative schwarze Null Pflicht

Als van Bebber im September 2004 als einer von zwei Geschäftsführern an den Airport Weeze delegiert wurde, um dort den Aufbau zu begleiten, war dieses Gastspiel eigentlich auf zehn Monate befristet. Ein Jahr später war er alleiniger Geschäftsführer – und ist es bis heute. Van Bebber einigte sich mit den Klägern gegen den Betrieb des Flughafens gütlich.

Guntram Pehlke lobte Udo Mager. Seit Juli 2013 ist Mager Flughafengeschäftsführer:

  • Unter seiner Ägide wurden alle EU-Beihilfeverfahren abgeschlossen. Im Frühsommer 2019 genehmigte Brüssel das "Zukunftskonzept 2023". Bis Ende 2023 muss der Flughafen demnach operativ eine schwarze Null schreiben.
  • Ebenfalls im vergangenen Jahr stufte der NRW-Landtag den Airport zum „Landesbedeutsamen Flughafen“ hoch.
  • Zudem gewährt der Bund Flughäfen, die bei den Kosten der Flugsicherung benachteiligt sind, letztlich doch einen Ausgleich. (geo)
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