Unternehmenschefs denken darüber nach, wie sie die Mitarbeitenden dazu bringen, mehr im Büro zu arbeiten.

Unternehmenschefs denken darüber nach, wie sie die Mitarbeitenden dazu bringen, mehr im Büro zu arbeiten.

Bild: © ING Studio 1985/AdobeStock

Der Energieversorger EnBW kehrt mit dem Jahreswechsel 2025/25 zur Wochenarbeitszeit von 38 statt 36 Stunden zurück und beendet damit einen 2011 eingeschlagenen Sonderweg. Personalvorständin Colette Rückert-Hennen erklärte, die Kolleg:innen würden mehr denn je gebraucht, um den weiteren Umbau des Energiesystems erfolgreich voranzutreiben. Der Karlsruher Konzern beschäftigt fast 30.400 Mitarbeiter:innen. Zuerst hatte die "Stuttgarter Zeitung" online darüber berichtet.

Die EnBW war 2011 wirtschaftlich stark angeschlagen. Mit der Gewerkschaft Verdi und Betriebsräten einigte sich das Unternehmen laut einer Sprecherin damals unter anderem darauf, die Wochenarbeitszeit vorübergehend zu verkürzen, anstatt eine vereinbarte Tariferhöhung umzusetzen.

Kündigungsschutz bis 2030

Infolge der nunmehr vereinbarten Beendigung dieses tariflichen Sonderwegs treten automatisch wieder die Tarifregelungen in Kraft, die auch sonst für die baden-württembergische Energiewirtschaft gelten. Auch die Tariflöhne würden entsprechend dem Abschlag, der seinerzeit nicht an die Mitarbeitenden weitergegeben wurde, angepasst. Es gehe um 3,73 Prozent, hieß es.

Der Schutz vor betriebsbedingten Beendigungskündigungen werde bis Ende 2030 fortgeführt. Dies sei in diesen Zeiten ein wichtiges Signal an die Beschäftigten.

"Wir brauchen in den nächsten Jahren jede helfende Hand und jeden Kopf, um unsere Strategie erfolgreich umzusetzen und das größte Investitionsprogramm in der Unternehmensgeschichte zu stemmen", erklärte Rückert-Hennen.

Der drittgrößte Energieversorger in Deutschland plant von 2024 bis 2030 Bruttoinvestitionen von bis zu 50 Milliarden Euro in den klimaneutralen Umbau des Energiesystems – etwa in Netze, erneuerbare Energien und Wasserstoff. (dpa/hp)

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