Die jeweiligen Gremien haben Jörg Reichert per 1. April 2019 zum künftigen "Vorsitzenden der Geschäftsleitung" bei der schweizerischen Energiedienst Holding AG und zum Vorstand bei der deutschen Energiedienst AG "ernannt". Dies geht aus einer Ad-hoc-Meldung des an der Zürcher Börse notierten binationalen Unternehmens hervor.
Der 42-Jährige Reichert folgt dem 62-jährigen Schweizer Martin Steiger nach, der nach 26 Dienstjahren, davon 19 Jahre in der Geschäftsleitung und seit 2008 als Vorsitzender, auf eigenen Wunsch und mit Dank in Pension geht. Er werde ein letztes Mal vor der Generalversammlung am 29. März 2019 Rechenschaft ablegen, kündigte ED an.
Bereits am 1. Januar Führungsmitglied
Der promovierte Betriebswirt Reichert tritt bereits zum Jahreswechsel in den Vorstand von ED und in die Geschäftsleitung der Holding ein. Er leitet seit 2015 als "Senior Vice President" Controlling und Risikomanagement des Großkonzerns EnBW und sitzt bereits in den Aufsichtsräten der Töchter VNG und Prazská Energetika, so sein Profil in der Karriereplattform Linked-in; die Karlsruher halten an ED 67 Prozent der Anteile. Der Schweizer Michel Schwery bleibt bei ED Vize.
"Trendwende"
Beim ED, der über seine Marke "Naturenergie" außerhalb Südbadens besser bekannt ist, scheinen das Strategieprogramm "25+25" erste Früchte zu tragen. Ein Aktionärsbrief spricht von einer "Trendwende": Erstmals seit 2014 steigerten sich im ersten Halbjahr sowohl Stromabsatz als auch der "Betriebsertrag": um 6,9 Prozent auf 4,3 TWh und um 27 auf 469 Mio. Euro. Weil aber Pensionsrückstellungen für die deutschen Mitarbeiter wertberichtigt werden mussten, sank das EBIT um sieben auf 16 Mio. Euro. Insgesamt beschäftigt die ED-Gruppe knapp 900 Mitarbeiter (Vollzeit-Äquivalente).
Operativ profitierte der Betreiber der Laufwasserkraftwerke Rheinfelden und Laufenburg am von günstigeren Erzeugungsbedingungen am Hochrhein und von den steigenden Großhandelspreisen von Strom. Auch Photovoltaik- und Wärmegeschäft verliefen für das Grünenergieunternehmen erfreulich.
"Neue Geschäftsfelder" unter Sabine von Manteuffel
Die Strategie des ED sieht eine Erweiterung zum umfassenden Energiedienstleister vor, auch durch Übernahmen. Der Ertrag soll je zur Hälfte aus neuen Geschäftsfeldern kommen, für die 2017 eine Business Unit unter Leitung von Sabine von Manteuffel gebildet wurde, und aus Effizienzsteigerungen im Bestandsgeschäft. Seit 1. April ist die Geschäftseinheit Deutschland neu strukturiert. (geo)



