Von Ariane Mohl
Die Hansewasser Bremen stellt sich strategisch und personell neu auf. Ab dem 1. April 2025 wird das Unternehmen von Sabine Wahler als neuer Kaufmännischer Geschäftsführerin geleitet. Neuer Technischer Geschäftsführer wird Swen Pfister. Beide stammen aus dem Unternehmen. Beide sollen gemeinsam die vom Bremer Senat beschlossene Rekommunalisierung umsetzen.
Die Diplom-Ökonomin Wahler war als Interimsmanagerin bei verschiedenen Unternehmen tätig, in mehreren Phasen auch für Hansewasser. Sie ist als Bereichsleiterin aktuell verantwortlich für den Bereich Finanzen und Controlling.
Pfister ist bereits seit 1993 bei der Stadtentwässerung in Bremen tätig, zunächst bei den damaligen Bremer Entsorgungsbetrieben, ab 1999 dann bei Hansewasser. Der 59-jährige Diplom-Ingenieur leitet seit 2004 den Bereich Netze bei Hansewasser.
Bisherige Chefs müssen gehen
Der bisherige Technische Geschäftsführer Florian Franz und der Kaufmännische Geschäftsführer Ekkehart Siering scheiden zum 31. März 2025 aus dem Unternehmen aus.
Die beiden neuen Geschäftsführer haben viele Themen vor der Brust: Neben der Rekommunalisierung sind das zum einen erneut Starkregenereignisse, zum anderen die Entwicklung Bremens zur klimaresilienten Schwammstadt. Zu Starkregenereignissen war es nach Unternehmensangaben vor allem im Juli 2024 mit mehr als 100.000 Kubikmetern und im September mit mehr als 250.000 Kubikmetern Niederschlag innerhalb kurzer Zeit gekommen. Diese Wassermengen konnten schnell professionell abgeleitet beziehungsweise behandelt werden, heißt es aus Bremen.
Im Jahr 2024 wurden zudem über 59 Millionen Kubikmeter Abwasser in den bremischen Kläranlagen gereinigt. Die Abwassermenge liegt damit 8,5 Millionen Kubikmeter über dem Mittelwert der letzten fünf Jahre und überschreitet den schon sehr hohen Vorjahreswert um rund 400.000 Kubikmeter.
Wirtschaftlich gut aufgestellt
Wahler und Pfister übernehmen ein gut aufgestelltes Unternehmen: 2024 war nach eigenen Angaben wirtschaftlich eines der erfolgreichsten Jahre der Hansewasser der letzten zehn Jahre.
Bislang hat Bremen sein Trinkwasser von Wesernetz Bremen erhalten. Der Konzessionsvertrag für die Belieferung der Haushalte sowie für den dafür erforderlichen Netzbetrieb läuft Ende 2028 aus. Nun plant die Stadt Bremen, zukünftig in die Verträge einzutreten.
Gleichzeitig mit der Rekommunalisierung der Trinkwasserversorgung hat der Bremer Senat auch die Neuordnung der Stadtentwässerung beschlossen. Ab 2029 übernimmt die kommunale Hand die Anteile an Hansewasser für das Kanalsystem und den Betrieb von Kläranlagen.

