Von Hans-Peter Hoeren
Bei den Stadtwerken Rosenheim geht eine Ära zu Ende: Nach 22 Jahren an der Spitze des kommunalen Versorgers aus Oberbayern geht Götz Brühl in den Ruhestand. Sein Nachfolger kommt aus den eigenen Reihen: Es ist der diplomierte Verfahrensingenieur Heiko Peckmann (45).
Peckmann führt seit Januar dieses Jahres die Stadtwerke gemeinschaftlich mit Götz Brühl, am 1. Februar übernimmt er die Alleingeschäftsführung. Er ist seit Juni 2009 bei den Stadtwerken Rosenheim tätig und leitete ab 2016 fünf Jahre lang die Planung- und Bauabteilung. 2021 übernahm er die Leitungen der technischen Dienste und des Energiemarkts, mit dem Energiehandel und der Direktvermarktung . Ebenso war er in der Zeit bei dem Kommunalversorger im Landkreis Rosenheim der "INNergie GmbH" Geschäftsführer.
"Optimierung der PV-Großanlagen"
Als größte Herausforderungen in den kommenden Jahren sieht Peckmann weiterhin das Vorantreiben der Wärmewende vor Ort. "Aber auch die Flexibilisierung und Optimierung im Strommarkt ist ein wichtiges Thema. Es wird eine große Herausforderung, von der Optimierung der PV-Großanlagen in ein kleinteiliges, dezentrales Massengeschäft zu kommen. Diese Entwicklung zeichnet sich ab, weil immer mehr kleine Anlagen und auch Smart Homes gesteuert und geregelt werden", prognostiziert er.
Vorgänger Brühl gilt als Pionier bei Holzvergasung
Sein Vorgänger Götz Brühl hatte in seiner langen Schaffenszeit unter anderem das Energiekonzept der Stadtwerke Rosenheim grundlegend weiterentwickelt, sodass durch eine vielfältige Anlagenstruktur eine zuverlässige und flexible Energieversorgung gewährleistet werden kann.
In die Ära Brühl fällt unter anderem die Entwicklung eines Verfahrens zur Holzvergasung. Im Rahmen dieses Projekts wurde ein Verfahren zur Biomassevergasung entwickelt, bei dem Holz so lange erhitzt wird, bis es bei extrem hohen Temperaturen verschwelt und in Holzgas umgewandelt wird. Dieses Verfahren, heute bekannt als „Rosenheimer Verfahren“, machte die Stadtwerke zu Vorreitern auf diesem Gebiet.
Der scheidende Stadtwerkechef nutzte zudem das bisher ungenutzte Potenzial der Fernwärmeversorgung und förderte diese gezielt. Heute hat das Fernwärmenetz in Rosenheim eine Länge von 180 Kilometern, die Abwärme der Müllverbrennungsanlage kann auch zur Nutzung von Fernkälte verwendet werden. 2022 und 2023 wurden in Rosenheim drei iKWK-Anlagen in Betrieb genommen. Diese kombinieren verschiedene Energiequellen wie Gasmotoren, Elektrokessel und Wärmepumpen, um Strom und Wärme flexibel sowie klimafreundlich zu erzeugen.
