Neue Herausforderung für Paul Vincent Abs: Der erfahrene Energiemanager hat Anfang dieses Monats dauerhaft die Geschäftsführung des Energieversorgers "ewa riss GmbH & Co. KG" im schwäbischen Biberach übernommen, dort war er bereits seit Jahresbeginn als Interims-Leiter tätig. Abs war zuvor über 20 Jahre in Leitungsfunktionen in der privaten Energiewirtschaft tätig, vor allem im Eon-Konzern.
Herzlichen Glückwunsch Herr Abs zur neuen Herausforderung. Nach vielen Führungspositionen in der Energiewirtschaft, vor allem in Vertrieb und Beratung, haben Sie nun ein kleines Stadtwerk zuerst interimistisch geleitet und übernehmen nun dauerhaft die Geschäftsführung. Wie ist es dazu gekommen und wie lange läuft der Vertrag?
Ich habe während meiner Interims-Geschäftsführungs-Tätigkeit die sehr gute Zusammenarbeit hier vor Ort mit dem Team der e.wa riss sowie den Gesellschaftervertretern kennen und schätzen gelernt. Als die Gesellschafter und der Aufsichtsrat mit der Anfrage nach einer langfristigen Zusammenarbeit auf mich zugekommen sind, habe ich gerne zugesagt.
Was reizt Sie am Wechsel aus der privaten in die kommunale Energiewirtschaft?
Alles was ich bei Fichtner, bei Eon und in der Beratung mitnehmen durfte, muss am „Ende des Tages“ vor Ort beim Kunden bzw. beim Energieversorger in der Region realisiert werden. Mich reizt vor allem die operative Umsetzung der Themen und das „Sehen“ der Ergebnisse. Zusätzlich freue ich mich auf die Vielfalt der Themen – vom Wasser über Strom und Gas bis hin zur Wärmewende.
Welches Know-how aus Ihren früheren Positionen wird jetzt bei der ewa.riss besonders gefordert sein?
Vor allem mein Prozess-Know-how sowie mein vertriebliches Know-how kann ich hier vor Ort sehr gut einbringen und zum Nutzen der ewa riss einsetzen. Da wir bei der e.wa riss ein überschaubares Team sind und dennoch alle Herausforderungen eines Energieversorgers (z.B. Strom- und Gaspreisbremse, neues MsBG, etc.) bearbeiten, sind umfangreiche Kenntnisse der Energiewirtschaft notwendig.
Die Umsetzung der Wärmewende und der Ausbau des Nahwärmenetzes in Biberach und der Region sind dringend notwendig.
Wo liegen in den kommenden Jahren die größten operativen Herausforderungen bei der ewa.riss?
Es bleibt weiterhin wichtig, die Kundenbasis zu halten und auszubauen – vor allem durch digitale Produkte und Dienstleistungen. Ferner ist vor allem der Ausbau der erneuerbaren Energien unter anderem im Bereich Photovoltaik zentral.
Zusätzlich ist die Umsetzung der Wärmewende und der Ausbau des Nahwärmenetzes in Biberach und der Region in den kommenden Jahren dringend notwendig. Darüber hinaus sind aufgrund der hohen Volatilitäten an den Strom- und Gasmärkten neue Beschaffungskonzepte erforderlich.
Einige Fakten zur "ewa.riss"
Die "ewa riss" wurde 2001 gegründet als Energieversorger für Biberach und Oberschwaben. Das Unternehmen gehört zur Hälfte den Stadtwerken Biberach und zur Hälfte der EnBW Beteiligungen GmbH. Für den Versorger arbeiten laut Homepage aktuell rund 98 Mitarbeitende, der Fokus liegt dabei auf der Versorgung mit Strom, Erdgas, Wasser und Wärme. Die "ewa riss" erzielte 2021 einen Umsatz von 45,3 Mio. Euro, der Jahresüberschuss betrug 1,8 Mio. Euro.
(Die Fragen stellte Hans-Peter Hoeren)
