Die Energie und Wasser Potsdam (EWP) hat mit Ferdinand von Stryk einen neuen Technischen Geschäftsführer gefunden, das teilte das kommunale Unternehmen mit. Zu Beginn 2027 soll von Stryk auf Carsten Schulte folgen, der seit April das Geschäft im Interim leitet. Der bisherige Technische Geschäftsführer Eckard Veil verließ frühzeitig die EWP, sein Abgang wird überschattet von einem Rechtsstreit mit Minderheitsgesellschafter Edis.
Wechsel an der Spitze während Rechtsstreit
Veil habe bereits im September vergangenen Jahres gemeinsam mit dem Aufsichtsrat entschieden, die EWP vor dem regulären Ablauf seines Vertrages zu verlassen, hieß es im April. Laut Pressemitteilung erfolgte der Beschluss einvernehmlich. Zuvor hatten die lokalen Medien über eine Abberufung von Veil durch den Aufsichtsrat spekuliert. Hintergrund der Spekulationen war der Vorwurf, der Geschäftsführer habe bei einer Klage des Minderheitseigentümers Edis AG nicht korrekt und ohne Absprache mit den Gremien gehandelt. Veil hatte das entschieden zurückgewiesen.
Ende Juli vergangenen Jahres hatte die EWP Kreditverträge mit einem Bankenkonsortium unterzeichnet. Mit dem Großteil des Betrags sollte die Umsetzung der zentralen Projekte der Wärmewende bis 2030 möglich werden. Später klagte Edis, die 35 Prozent an der EWP hält, gegen die einzelnen Beschlüsse. Aus Sicht des Verteilnetzbetreibers wurden bei den Verträgen formale und satzungsrechtliche Aspekte nicht ausreichend berücksichtigt. Laut einem Bericht der Deutschen Presseagentur deutete der zuständige Richter am Landgericht Potsdam aber mittlerweile an, der Auffassung der Stadtwerke zu folgen, dass diese richtig gehandelt hätten. Ein Urteil wird laut dem Bericht frühestens im Oktober erwartet.
Der Neue ist auch neu in Potsdam
Von Stryk ist in Potsdam neu: Der 35-jährige Wirtschaftsingenieur hatte zuletzt den Bereich Erzeugung und Wärmenetz bei der Gothaer Stadtwerke Energie geleitet. Zuvor war er bei der Teag, unter anderem als Projektleiter für ein virtuelles Kraftwerk.
"Ich freue mich darauf, zusammen mit Geschäftsführer Monty Balisch und dem Team der EWP die Energie- und Wasserversorgung Potsdams zukunftsfähig weiterzuentwickeln", wird von Stryk in der Mitteilung der EWP zu seiner Berufung zitiert. "Was die Kolleginnen und Kollegen der EWP in den vergangenen Jahren geleistet haben, verdient großen Respekt. Darauf möchte ich gemeinsam mit dem Team aufbauen, um die kommenden Herausforderungen rund um Wärmewende, Wettbewerb und Bezahlbarkeit anzugehen."