Von Elwine Happ-Frank
Derzeit befindet sich Hamburg Wasser-Chef Ingo Hannemann in Verhandlungen mit dem Aufsichtsrat über eine Verlängerung seines Vertrages, der Ende 2025 auslaufen würde. Der Sprecher der Geschäftsführung des Wasserversorgers will ihn nun nach Medienberichten „unter den zur Zeit gegebenen Umständen“ nicht verlängern.
Die „Welt“ berichtet jedenfalls über ein Schreiben mit diesem Inhalt, das Hannemann an den Aufsichtsrat geschickt haben soll. Auf Anfrage teilt Hamburg Wasser nur mit, dass das Unternehmen sich nicht zur aktuellen Berichterstattung äußern will. In dieser Woche findet nun eine Aufsichtsratssitzung statt, in der es auch um die Vertragsverhandlungen gehen soll.
Derzeit wird der Hamburger Versorger von einer Doppelspitze geführt. Hannemann ist Technischer Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung. Gesine Strohmeyer ist die Kaufmännische Geschäftsführerin des Unternehmens. In dem „Welt“-Bericht ist auch von einem Zerwürfnis mit seiner Kollegin die Rede.
Vorwürfe gegen Hamburg Wasser
Hamburg Wasser war in den letzten Monaten zwei Mal mit Vorwürfen konfrontiert, die das Unternehmen in keinem guten Licht dastehen ließ. Dabei ging es einmal um Kosten der Erweiterung und Sanierung der Klärschlammverbrennungsanlage, das Bauprojekt "Vera II", das Hamburg Wasser derzeit durchführt.
Der Geschäftsführung von Hamburg Wasser wurde vorgeworfen, das Unternehmen habe den Aufsichtsrat und die Öffentlichkeit bewusst über die Kostenentwicklung des Projekts im Unklaren gelassen. Der Versorger dagegen bekräftigte unter anderem in einer Pressemitteilung, dass die Stakeholder zu jedem Zeitpunkt vollständig und richtig informiert worden seien.
Nun gibt es einen neuen Vorfall im Zuge einer Klausurtagung der Arbeitnehmervertretung, die bereits im letzten Jahr stattfand und wohl aus dem Ruder gelaufen ist. Hamburg Wasser berichtet in einer Pressemitteilung selbst ausführlich über den Vorfall. Das Unternemen hat arbeitsrechtliche Schritte gegen einzelne Betriebsratsmitglieder eingeleitet.



