Städtische Mobilität der Zukunft wird vernetzt sein.

Städtische Mobilität der Zukunft wird vernetzt sein.

Bild: © metamorworks/stock.adobe.com

Der Verband der europäischen Automobilhersteller (ACEA) hat einen ehrgeizigen Fahrplan für die Einführung autonomer Mobilität vorgestellt. Damit verbunden sind sechs konkrete Empfehlungen für die Forschungs-, Entwicklungs- und Einsatzphase des automatisierten Automobilsektors.

Automatisierte Fahrzeuge seien bereits auf unseren Straßen unterwegs – und die Hersteller arbeiten laut ACEA daran, sie dort einzusetzen, wo sie die größte unmittelbare Wirkung haben. Die Liste möglicher Vorteile sei lang: Von niedrigeren Transportkosten über geringere Umweltbelastung, verbesserte Arbeitsbedingungen bis hin zu besserer Erfüllung von Transportbedürfnissen: Die Automation werde spürbare Vorteile für die europäische Gesellschaft bereithalten.

Gütertransport und flexible Personenbeförderung

Sechs Anwendungsfälle rückt der ACEA in den Fokus, die es heute schon gibt oder die bald Realität werden:

Gütertransport zwischen den Hubs: Hochautomatisierte schwere Lkw verbinden Lagerhäuser mit Vertriebszentren. Routenführung und Einsatzplanung dieser Fahrzeuge könne dabei auf maximale Effizienz ausgelegt werden, etwa indem Stoßzeiten vermieden werden. Dies führe zu geringeren Kosten und einer geringeren Umweltbelastung. Als Zeitrahmen für die großflächige Einführung nennt der ACEA die Jahre 2026 bis 2030.

Fahrdienste: In Fällen, in denen der Personentransport als unpraktisch oder wirtschaftlich nicht machbar gilt, können automatisierte Fahrzeuge wichtige Mobilitätsdienste erbringen. Insbesondere Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen profitieren davon. Auf Verkehrswegen mit schwankender Nachfrage können automatisierte Fahrzeuge rund um die Uhr auf Abruf verkehren und in Bereitschaft bleiben. Dadurch werden unnötige Fahrten reduziert und gleichzeitig die Servicequalität und -kapazität gewahrt. In dicht besiedelten Gebieten können die höheren Auslastungsraten automatisierter Fahrzeuge insgesamt zu weniger Verkehr führen. Zeitplan laut ACEA: Ende 2025 bis 2028.

Einsatz am Werksgelände: Nutzfahrzeuge, die in begrenzten Bereichen abseits öffentlicher Straßen eingesetzt werden – wie Häfen, Flughäfen, Bergwerken, Frachtknotenpunkten und Busdepots –, ermöglichen eine frühere Einführung der selbstfahrenden Technologie. Tatsächlich ist die technische Umsetzung hochgradiger Automatisierung in Umgebungen einfacher, in denen der Verkehr streng kontrolliert wird und die erforderliche Infrastruktur vollständig bereitgestellt werden kann. Erfolgreiche Projekte laufen bereits, Serienreife erwartet der ACEA bis 2028.

In Parkhäuser passen mehr Autos

Autonomes Parken: Auch hier gibt es bereits erfolgreiche Projekte. Insassen können am Eingang eines Parkhauses aussteigen und ihr Auto anweisen, automatisch einzuparken. Automatisierte Parkservicesysteme sparen nicht nur Zeit, sondern erhöhen auch die Sicherheit, indem sie die Anzahl der Fußgänger auf gemischt genutzten Straßen verringern. Darüber hinaus können diese Systeme, wenn sie an die Parkinfrastruktur angeschlossen sind, den Energieverbrauch senken, indem sie Fahrzeuge zu freien Plätzen leiten. Sie können dafür sorgen, dass mehr Fahrzeuge in Parkhäuser passen, weil niemand ein- oder aussteigen muss.

Lieferung auf der letzten Meile: Die Nachfrage nach Online-Shopping und Lieferdiensten steigt. Die automatisierte Zustellung auf der letzten Meile könne die Belastung für das Straßennetz und die Unternehmen lindern. Fahrzeuge ohne Fahrerkabine haben außerdem einen geringeren Platzbedarf oder eine höhere Kapazität und bieten eine Lösung für eine Branche, die mit Fahrermangel konfrontiert ist. Zeitrahmen laut ACEA: 2025 bis 2028.

Privatautos auf Autobahnen: Vom assistierten Fahren über die Automatisierung bis hin zum autonomen Betrieb: Die Entwicklung des automatisierten Fahrens führt zu umfassenderen Selbstfahrfunktionen, die schließlich auch private Pkws erreichen. Es werde aber einige Zeit dauern, die vollständige Automatisierung für die breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Potenzial sieht der ACEA in verbessertem Verkehrsfluss, mehr Fahrgastkomfort und mehr Verkehrssicherheit. Die Einführung erwartet der Verband ab 2027.

Forderung nach einheitlichen Standards

Die sechs Empfehlungen des ACEA lauten:

  • Die Innovationsfähigkeit europäischer Unternehmen zu stärken und die Gesetzgebung in einheitliche EU-Standards zu überführen,
  • Infrastruktur und Gesetzgebung zu modernisieren, anzupassen und zu stärken, um die Verkehrssicherheit und den Komfort der Fahrer und Passagiere zu gewährleisten,
  • Genehmigungssysteme zu aktualisieren und die Anzahl der in der Europäischen Union zugelassenen Anwendungen für automatisierte Fahrzeuge zu erhöhen,
  • Ein robustes Finanzierungssystem für automatisierte Personen- und Frachtdienste zu entwickeln,
  • Sicherzustellen, dass Fahrer und Betreiber von Nutzfahrzeugen durch Arbeitsvorschriften geschützt sind,
  • Sicherzustellen, dass diese Technologie für die breite Öffentlichkeit zugänglich und inklusiv wird und zukünftige Fahrer und Passagiere unterstützt. (wa)
Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper