Bei 1,2 Millionen öffentlicher Ladepunkte in Europa sollte die Suche nach einer Lademöglichkeit kein unüberwindbares Hindernis sein.

Bei 1,2 Millionen öffentlicher Ladepunkte in Europa sollte die Suche nach einer Lademöglichkeit kein unüberwindbares Hindernis sein.

Bild: © fottoo/Adobe Stock

Die Elektromobilität in Europa hat einen neuen Höchstwert erreicht: 31 Prozent aller im September neu zugelassenen Pkw waren rein batterieelektrisch. Das zeigt eine aktuelle Analyse des International Council on Clean Transportation (ICCT) gemeinsam mit mehreren europäischen Forschungsinstituten. Doch der Wandel verläuft ungleich, und einige Hersteller geraten ins Hintertreffen.

Über die ersten neun Monate des Jahres lag der Anteil bei 24 Prozent, ein Plus von sieben Prozentpunkten oder 45 Prozent gegenüber 2025. Der klassische Verbrenner verliert dagegen rasant: Er kommt nur noch auf 28 Prozent in den ersten neun Monaten, zehn Punkte weniger als im Vorjahr.

Auch die Hybride sind Gewinner

Gewinner sind die Hybrid-Fahrzeuge. Mildhybride erreichen 24 Prozent, Vollhybride 14 Prozent. Plug-in-Hybride stagnieren bei rund zehn Prozent.

Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die großen Märkte in Europa. In Frankreich stieg der Anteil von Batteriefahrzeugen auf 31 Prozent, ein Sprung um 13 Punkte. Deutschland folgt mit 28 Prozent und einem Plus von neun Punkten. Italien und Spanien kommen auf acht beziehungsweise elf Prozent. Polen bildet die Ausnahme: Dort sank der Anteil um einen Punkt auf fünf Prozent.

Der Norden bleibt Vorreiter. In Norwegen sind 98 Prozent der Neuzulassungen reine Batteriefahreuge, in Dänemark 82 Prozent.

Auch unter den Herstellern zeigen sich deutliche Unterschiede. BMW führt bei den sieben größten Konzernen mit 31 Prozent Elektroanteil. Mercedes-Benz legte am stärksten zu, um zehn Punkte. Toyota hat seinen Anteil von vier auf elf Prozent fast verdreifacht. Der Volkswagen-Konzern bleibt mit 26 Prozent Marktanteil der größte Anbieter, liegt bei den CO2-Vorgaben für 2025 bis 2027 aber am weitesten zurück: Der Pool überschreitet das Ziel um 6 g CO2/km. Dagegen liegt der BYD-Pool 48 g CO2/km unter seinem Zielwert, der Tesla-Pool 11 g.

EU-Vorgaben für Emissionen von Neuwagen

Die EU-Vorgaben für Neuwagen-CO2-Emissionen gelten verbindlich ab 2025 und sehen schrittweise Reduktionen bis 2035 vor. Die Einhaltung wird jedoch nicht jährlich geprüft, sondern erst Ende 2027 anhand des Durchschnitts der Jahre 2025 bis 2027. Hersteller dürfen sich zu Pools zusammenschließen und so ihre Emissionswerte gemeinsam ausgleichen. Zusätzlich können sie Gutschriften für emissionsfreie Fahrzeuge und sogenannte Eco-Innovationen nutzen, die bis zu 6 g CO2/km ausmachen können. Im Zeitraum von Januar 2025 bis September 2026 lagen die Emissionen im Schnitt etwa bei dem Zielwert von 93 g CO2/km für 2025 bis 2027. Die Analyse warnt, dass Hersteller ihre Anstrengungen nach Erreichen des Ziels oft zurückfahren, weil es keine verbindlichen Zwischenziele gibt

Das spezielle Mercedes-Benz-Problem

Ein Paradox zeigt sich bei Mercedes-Benz. Der Konzern hat einen hohen Elektroanteil, doch seine nicht elektrifizierten Modelle stoßen im Schnitt rund 159 g CO2/km aus, der höchste Wert unter Europas großen Herstellern.

Auch beim Laden tut sich einiges. Über 1,2 Millionen öffentliche Ladepunkte gibt es inzwischen in Europa, 13 Prozent mehr als vor einem Jahr. Schnellladesäulen legten sogar um 22 Prozent zu. Belgien verzeichnete bei den Schnellladern das stärkste Wachstum mit 34 Prozent. Dänemark führt bei der Ladeinfrastruktur pro Fahrzeug, während Italien und Spanien unter dem europäischen Durchschnitt liegen. In Deutschland kletterte die Zahl der öffentlichen Normalladepunkte (AC) innerhalb eines Jahres um zwölf Prozent auf rund 163.600, die Zahl der Schnelllader (DC) um 25 Prozent auf etwa 61.600.

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