Das Energieunternehmen MVV hat die erste von insgesamt fünf "High Power Charging" (HPC)-Ladesäulen im neuen Schnell-Ladepark in Mannheim in Betrieb genommen. Die Säulen verfügen über jeweils zwei Ladepunkte und machen ein Aufladen mit bis zu 300 kW möglich, wie der Energieversorger mitteilt.
Es ist der Startschuss für die dritte Ausbaustufe des Projekts MaLis ("Mannheimer Ladeinfrastruktur"). Ziel der MVV und der Stadt Mannheim ist es, jedem Mannheimer Bürger eine Schnell-Ladestation für E-Autos im Umkreis von wenigen Minuten von ihrem Zuhause zur Verfügung zu stellen. Geplant sind weitere Standorte im Stadtgebiet Mannheim, in der Region sowie an wichtigen Ein- und Ausfallstraßen in Autobahnnähe.
Ausbau der Ladeinfrastruktur in Stadt und Region seit 2017
Mit den HPC-Ladestationen verringert sich die Ladezeit erheblich. Im Optimalfall lade man für eine Fahrtstrecke von 100 km sein Auto in rund 10 Minuten, heißt es. Die MVV stellt für das Laden außerdem eine App zur Verfügung, "MVV eMotion". Damit erhalten Kunden Zugang zu den Ladesäulen von MVV sowie zu allen Standortpartnern, die über Roaming-Netzwerke angebunden sind.
Seit dem Jahr 2017 baut MVV die Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge in Mannheim im Rahmen der Projekte MaLis ("Mannheimer Ladeinfrastruktur") 1 bis 3 kontinuierlich aus. Der Ausbau erfolgt in enger Abstimmung mit der Stadt Mannheim. Ziel ist dabei eine möglichst breite Verteilung der Ladesäulen im gesamten Stadtgebiet.
Schwerpunkt auf Schnellladen
Bisher sind im Rahmen von MaLis insgesamt 126 Ladepunkte in Betrieb gegangen: 124 Normal-Ladepunkte (AC) sowie zwei Schnell-Ladepunkte (AC und DC). Bei AC-Ladesäulen wird das Elektroauto mit Wechselstrom geladen, während die DC-Ladesäulen Gleichstrom nutzen. Diese laden mit deutlich höheren Ladegeschwindigkeiten und lohnen sich aufgrund der höheren Auslastung auch wirtschaftlich mehr.
Die dritte Stufe des Programms MaLis setzt deshalb den Schwerpunkt auf DC-Schnell-Ladesäulen. Weitere HPC-Parks befinden sich in der Planungsphase, vorgesehen sind insgesamt 28 Ladepunkte. Am Ende soll es in Mannheim und der Region insgesamt 176 MaLis-Ladepunkte geben, die über eine Gesamtleistung von mindestens 6755 kW verfügen.
Staatliche Förderung für E-Mobilität spürbar
Mit dem Ausbau will die MVV auf die gestiegene Nachfrage nach Ladeinfrastruktur reagieren und sich für die Zukunft rüsten. Die Förderprämie für Elektrofahrzeuge der Bundesregierung ist auch für die MVV spürbar. Im zweiten Halbjahr 2020 habe die Nachfrage deutlich angezogen, so das Energieunternehmen. Im letzten Quartal habe sie sich sogar mehr als verdoppelt.
Auch bei den privaten Wallboxen sowie den Lösungen für Geschäftskunden zeigt sich eine gestiegene Nachfrage. Jedoch komme es wegen der Genehmigungsphasen der staatlichen Förderungen derzeit zu Verzögerungen. Zufrieden zeigt man sich mit dem Kooperationsnetzwerk "Tenk" mit den Stadtwerken Heidelberg und den technischen Werken Ludwigshafen. Mit ihm wollen die MVV in der Region die Versorgung flächendeckend sicherzustellen. In Zukunft könnten außerdem weitere kommunale Unternehmen hinzukommen. (jk)
