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Die deutsche Carsharing-Branche sieht sich im Wachstum. Im vergangenen Jahr haben sich 45 weitere Anbieter etabliert, zeigt eine neue Statistik des Bundesverbands Carsharing (bcs). Das stationsbasierte Carsharing habe 2019 das Angebot auf 100 neue Orte ausgedehnt. Die Free-floating-Variante expandierte zwar nicht in weitere Orte, die Zahl der bereitgestellten Fahrzeuge vergrößerte sich aber um fast die Hälfte.

226 Unternehmen, Genossenschaften und Vereine bieten derzeit an 840 Orten in Deutschland Carsharing an. 12.000 Fahrzeuge werden im stationsbasierten CarSharing zur Verfügung gestellt, ein Zuwachs um 800 Fahrzeuge oder 7,1 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor. Laut Verbandsgeschäftsführer Gunnar Nehrke ersetzt ein stationsbasiertes Fahrzeug bis zu 20 private Pkw. Deswegen sei das Wachstum hier von besonderer verkehrspolitischer Bedeutung.

Große Anbieter gehen in den Markt

Im Marktsegment Free-floating ist die Fahrzeugflotte besonders stark gewachsen. Hier werden jetzt 13.400 Fahrzeuge bereitgestellt, ein Plus von 48,9 Prozent. Der Grund für diesen massiven Anstieg der Fahrzeugzahlen ist vor allem der Markteintritt neuer, großer Anbieter aus der Automobilindustrie wie We share und der klassischen Autovermietung, etwa Sixt share.

Viele ehemals rein stationsbasierte Anbieter haben in den letzten Jahren zusätzlich zum stationsbasierten Angebot auch Free-floating Fahrzeuge in ihre Flotten aufgenommen. Mittlerweile fahren 1020 der insgesamt 13.400 free-floating Fahrzeuge in Deutschland in kombinierten Systemen. Verbandsgeschäftsführer Nehrke begrüßt diese Entwicklung – eine Innovation aus Deutschland – ausdrücklich: Durch eine enge Verschränkung mit stationsbasierten Angeboten könne man das Free-floating-System für die Verkehrswende voll nutzbar machen.

Teilen nicht nur in der City

CarSharing sei aber nicht nur ein Phänomen der Großstädte. In fast der Hälfte aller Orte mit einer Einwohnerzahl zwischen 20.000 und 50.000 stehen Fahrzeuge zum Teilen zur Verfügung. Und auch in 445 Orten mit weniger als 20.000 Einwohnern gebe es mittlerweile stationsbasierte Angebote. Anders als in den Städten sei Carsharing im ländlichen Raum jedoch in der Regel kein aus sich heraus tragfähiges Geschäftsmodell. Die Angebote würden oft von ehrenamtlichen Vereinen getragen oder von Kommunen mitfinanziert.

Beim stationsbasierten CarSharing stehen die Autos auf einem festen Parkplatz. Kunden holen den Wagen dort ab und bringen ihn dorthin zurück. Beim Free-floating stehen die Autos irgendwo innerhalb eines Geschäftsgebiets. Nutzer orten und buchen die Fahrzeuge über das Smartphone und stellen es innerhalb des Geschäftsgebiets wieder ab. Das ermöglicht auch Fahrten ohne Rückfahrt. (wa)

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