David Heidenreich (Geschäftsbereichsleiter Betrieb), die Geschäftsführer Arne Petersen und Martin Uekmann, Karin Schnake (Geschäftsbereichsleiterin Kundenmanagement) und Kai-Uwe Steinbrecher (Geschäftsbereichsleiter Technik).

David Heidenreich (Geschäftsbereichsleiter Betrieb), die Geschäftsführer Arne Petersen und Martin Uekmann, Karin Schnake (Geschäftsbereichsleiterin Kundenmanagement) und Kai-Uwe Steinbrecher (Geschäftsbereichsleiter Technik).

Bild: © Sebastian Bauer/Stadtwerke Bielefeld

„Die Einführung des Deutschlandtickets war ein Booster und zeigt, wie viel Potenzial im ÖPNV steckt“, betont Martin Uekmann, Geschäftsführer des Bielefelder Verkehrsunternehmens „moBiel“. Das Unternehmen verzeichnete im Jahr 2023 einen deutlichen Anstieg der Fahrgastzahlen. Doch weil viele Kunden aus teureren Abos umgestiegen sind, ist die Finanzierung eine Herausforderung.

„moBiel“ könne zufrieden Bilanz für das Jahr 2023 ziehen. Das Bielefelder Verkehrsunternehmen habe viele, wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. 57,8 Millionen Fahrgäste im vergangenen Jahr bedeuten 6,4 Millionen Fahrgäste mehr als 2022. Damit sei die eigene Planung sogar noch übertroffen worden.

Gut geeignet für den Umstieg vom Auto in den Bus

Dass wieder mehr Menschen Busse und Stadtbahnen nutzen, sei eng mit der Einführung des Deutschlandtickets verbunden. Das Verkehrsunternehmen habe sich hierfür beim Vertrieb früh und breit aufgestellt und das Deutschlandticket etwa mit Sharing-Angeboten verknüpft. Gut 45.000 moBiel-Kunden sind im Schnitt monatlich mit dem Abo unterwegs. Und damit auch Leute, die zuvor keine ÖPNV-Monatskarte genutzt haben. Uekmann: „Dieses vereinfachte Ticket-System ist aus unserer Sicht sehr gut dafür geeignet, die Menschen erstmals und im besten Fall dauerhaft zum Umstieg aus dem Auto in Bus und Bahnen zu überzeugen.“

Weichen für die Zukunft habe moBiel schon in den vergangenen Jahren mit dem Bau des Innovationsparks Sektorenkopplung (IPS), der Wasserstofftankstelle und dem Betrieb der Brennstoffzellenbusse gestellt. Mit einer Bundesförderung in Höhe von 8,7 Millionen Euro wurde 2023 die Anschaffung von 25 weiteren Wasserstoffbussen auf den Weg gebracht.

Finanzierungsvereinbarung mit der Stadt

Doch die klimafreundliche Umstrukturierung und der notwendige Ausbau des Angebots kosten Geld. Hier sei moBiel weiter auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Ein Instrument dazu ist die im vergangenen Herbst mit der Stadt Bielefeld geschlossene Finanzierungsvereinbarung – sie ist mit Beginn dieses Jahres in Kraft getreten. Höhere Verluste werden auf Basis dieser Vereinbarung zukünftig über einen geplanten Betriebskostenzuschuss von der Stadt Bielefeld getragen. „Nur so können Bestandsverkehr und ÖPNV-Ausbau langfristig gesichert werden. Deshalb hat diese Finanzierungsvereinbarung eine enorme Bedeutung für die moBiel-Planungen und damit auch für den ÖPNV in Bielefeld“, erklärt Uekmanns Geschäftsführer-Kollege Arne Petersen.

Das Geschäftsjahr 2023 schließt moBiel mit einem Verlust in Höhe von 30,8 Millionen Euro ab. Der Verlust ist knapp höher als im Vorjahr, aber um 5,5 Millionen Euro geringer als ursprünglich erwartet. Die Umsatzerlöse sind im vergangenen Jahr mit 61,4 Millionen Euro um fast 10 Millionen Euro gestiegen.

Mit der Einführung des Deutschlandtickets sowie des ÖPNV-Rettungsschirms sei es gelungen, einen weiteren Anstieg des Defizits in Grenzen zu halten. Unabhängig davon gewinne eine auskömmliche Finanzierung der ÖPNV-Tarifangebote an Bedeutung. Es seien klare Regelungen seitens Bund und Land zu schaffen, um Kommunen und kommunale ÖPNV-Unternehmen Planungssicherheit zu geben und diese finanziell zu entlasten. (wa)

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