Zum nächstmöglichen Zeitpunkt wird die NEW AG ihre Geschäftsanteile an der share2drive GmbH an den Mitgesellschafter FEV Europe GmbH verkaufen, teilte das mönchengladbacher-niederrheinische Versorgungsunternehmen mit. Noch im März 2019 stellten die beiden Unternehmen den Prototypen ihres "Shared Vehicle Electric Native" (SVEN) der internationalen Fachpresse auf dem Genfer Autosalon vor. Das für das E-Carsharing in Städten konzipierte Auto sei vollständig vernetzt, hieß es damals.
Der Rückzug aus dem Carsharing-Projekt wurde am Donnerstag dem Aufsichtsrat empfohlen. Sobald dieser zustimmt, werden die notwendigen Schritte eingeleitet. Mit der Trennung von der Beteiligung folgt der Kommunalversorger der Bezirksregierung Düsseldorf, die die Beteiligung aus formellen Gründen beanstandet hatte. Die 1,6 Mio. Euro Rücklage der Gesellschaft würden dann gleichmäßig an eben diese ausgezahlt.
Verluste in Höhe von 1,7 Mio. Euro
Durch den frühzeitigen Rückzug aus der Unternehmenskooperation verbleibt bei den Mönchengladbachern ein erwarteter Verlust in Höhe von rund 1,7 Mio. Euro. Dieser wurde bilanziell bereits berücksichtigt. "In Aufsichtsrat und Politik war allen Entscheidungsträgern zu jedem Zeitpunkt bewusst, dass die Beteiligung an der share2drive GmbH eine Chance, aber auch ein finanzielles Risiko darstellt", so Aufsichtsratvorsitzender Hans Peter Schlegelmilch.
Durch die Beteiligung an share2drive sei zu keinem Zeitpunkt das Kerngeschäft der NEW gefährdet gewesen. Im Gegenteil: Den kommunalen Anteilseignern werden Gewinne ausgezahlt, obwohl beispielsweise in Mönchengladbach mit der dritten Stufe des Linienkonzeptes der Busverkehr deutlich ausgebaut wurde. (gun)
