Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (l.) und Hochbahn-Technikvorstand Jens-Günter Lang bringen die erste Balise an.

Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (l.) und Hochbahn-Technikvorstand Jens-Günter Lang bringen die erste Balise an.

© Marc-Oliver Schulz/Hochbahn

In wenigen Jahren soll die U-Bahn in Hamburg so oft fahren, dass der Fahrplan überflüssig wird. Alle 100 Sekunden rollt dann ein Zug auf der Stammstrecke der Linien U2/U4. Für diesen dichten Takt müssen die Fahrzeuge der Hamburger Hochbahn automatisiert und die Strecke digitalisiert werden. Der Startschuss dazu ist mit dem symbolischen Einbau der ersten „Balise“ gefallen.

Diese „Balisen“ ermöglichen es künftig, die Fahrzeuge exakt zu orten. 400 davon liegen dann verschraubt in den Gleisen der beiden U-Bahn-Linien. Zudem werden auf der U4 von den Elbbrücken bis zur Horner Geest und auf der U2 zwischen Mümmelmannsberg und Christuskirche sechs Stellwerke auf den automatisierten Betrieb umgestellt und erweitert.

2027 soll der enge Takt eingeführt werden

21 Haltestellen und 25 Kilometer Strecke werden auf das Zusammenspiel zwischen U-Bahn-Fahrzeugen, Streckeninfrastruktur und Stellwerken vorbereitet. 160 Kilometer Kabel verbinden 250 an der Strecke installierte „Access Points“, die die Kommunikation zwischen Stellwerk und Fahrzeug ermöglichen. Der 100-Sekunden-Takt soll starten, sobald die U4-Verlängerung auf die Horner Geest im Herbst 2027 in Betrieb gehen wird.

Jens-Günter Lang, Technik-Vorstand der Hochbahn: „Die symbolisch angebrachte erste Balise an der U4-Haltestelle Elbbrücken markiert den Startschuss für die Digitalisierung des Hamburger U-Bahn-Netzes. Damit schaffen wir nicht nur mehr Fahrgastkapazität, sondern auch einen Takt, der jeden Fahrplan überflüssig macht.“

Anjes Tjarks, Verkehrssenator und Hochbahn-Aufsichtsratsvorsitzender: „Gemeinsam schaffen wir Hamburgs U-Bahn der Zukunft: digital, schnell, mit geräumigen Wagen und moderner Technik. Wir binden mit der U4 nicht nur ganze Stadtteile neu an das U-Bahnnetz an, sondern rüsten auch die gemeinsame Bestandsstrecke von U4 und U2 digital auf. Für die Fahrgäste bedeutet das: kaum noch Wartezeit am Bahnsteig, mehr Platz im Zug und eine schnelle, komfortable Fahrt zum Ziel.“

Die Fahrer bleiben an Bord

Die Automatisierung des U-Bahn-Betriebes soll die Fahrerinnen und Fahrer nicht ersetzen. Sie werden weiterhin für den Fahrgastwechsel verantwortlich sein und können im Bedarfsfall eingreifen. Die Fahrt selbst werde vollautomatisch und über Rechner gesteuert erfolgen. Nur so ist der 100-Sekunden-Takt erreichbar. Im heutigen Betrieb liegt der engstmögliche Regeltakt bei 2,5-Minuten. (wa)

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