Gut ein Drittel der Deutschen nennt die hohen Preise als Hauptgrund dafür, kein E-Auto zu kaufen. Das zeigt das „Trendbarometer Elektromobilität“ der Management- und Technologieberatung BearingPoint. Doch immer mehr Menschen erkennen die Vorteile von niedrigeren Unterhaltskosten und geringerem Serviceaufwand bei E-Autos, heißt es in der Studie. Und mit dem erweiterten Blick auf die Gesamtkosten relativiere sich der Anschaffungspreis. Zudem steige die Erfahrung: Im Vergleich zum Trendbarometer im vergangenen Jahr ist die Anzahl der Personen, die schon einmal elektrisch gefahren sind, massiv gestiegen. Und gerade diese Personengruppe favorisiert den Stromer.
30 Prozent der Verbraucher sind inzwischen elektrisch gefahren – ein Anstieg von 50 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Unter den 25- bis 34-Jährigen hat mit 46 Prozent sogar knapp die Hälfte Erfahrung mit einem E-Auto gesammelt. Und unter den Befragten, die bereits elektrisch gefahren sind, ist der Anteil derer, die ein E-Auto kaufen wollen, am höchsten. 44 Prozent der Autokäufer aus dieser Altersgruppe haben die Absicht, ein E-Auto zu kaufen – im Vergleich zu 33 Prozent bei allen befragten Autokäufern.
Reichweite ist nicht mehr Haupthindernis
Was manche beim E-Autokauf aber noch zögern lässt, ist der hohe Anschaffungspreis. Für 31 Prozent aller Befragten ist dies der mit Abstand wichtigste Grund, sich beim Autokauf gegen ein E-Auto zu entscheiden. Als weitere Hemmnisse werden unzureichende Lademöglichkeiten und eine zu geringe Reichweite angeführt.
BearingPoint fragte auch danach, ob die Teilnehmer grundsätzlich die Möglichkeit hätten, ein E-Auto zu laden. Hier zeigt sich, dass inzwischen 26 Prozent aller Befragten ein E-Auto privat oder am Arbeitsstandort laden könnten.
Umweltschutz ist Hauptmotivation
Weshalb aber entscheiden sich Menschen für ein E-Auto? Hier nimmt der Umweltschutz den Spitzenplatz ein. Für 40 Prozent aller Befragten sind ökologische Gründe die Hauptmotivation für die Wahl eines Fahrzeugs mit E-Antrieb beim nächsten Autokauf. Darauf folgen die geringeren Unterhalts- und Servicekosten, die von 27 Prozent der Befragten genannt werden, deutlich mehr als früher. Steuerliche Vorteile und Pioniergeist wurden als Gründe, die für den Kauf eines E-Autos sprechen, jeweils von 9 Prozent angegeben.
Bei den Herstellern haben E-Autos aus dem VW-Konzern immer noch die Nase vorn: 33 Prozent der Befragten würden sich für einen VW, Skoda oder Seat entscheiden. Das ist aber ein deutlicher Rückgang von 15 Prozentpunkten im Vergleich zum Jahr 2021. Den größten Sprung nach vorn in Sachen Beliebtheit machen Elektrofahrzeuge von BMW und Mini. 28 Prozent würden sich für den Münchner Autobauer entscheiden (2022: 21 Prozent). Der Zuspruch für E-Pionier Tesla stagniert auf hohem Niveau: 23 Prozent ziehen ein Fahrzeug des US-Elektrobauers in Betracht. 13 Prozent würden auf einen chinesischen Automobilhersteller setzen. (wa)
