Ein Pufferspeicher macht die Hochleistungs-Ladestation unabhängig von der Mittelspannung.

Ein Pufferspeicher macht die Hochleistungs-Ladestation unabhängig von der Mittelspannung.

Bild: © Adaptive Balancing Power

Am Bensheimer Busbahnhof wird gebaut: Dort entsteht als Pilotprojekt ein Speicher- und Ladesystem für elektrische Busse. Das besondere darin: Ein Ladehalt beim Ein- und Aussteigen von rund 150 Sekunden soll für eine komplette Tour reichen.

Das eingesetzte Fahrzeug ist ein VDL Citea LLE 99 electric von VDL. Aktuell wird der Bus vorrangig auf den Stadtbuslinien in Bensheim eingesetzt. Dabei kommt das Fahrzeug rund alle 30 Minuten am Bahnhof vorbei.

Die Zeit zum Aus- und Einsteigen genügt fürs Laden

Das Ziel des Projekts: Während die Leute aus- und einsteigen, lädt der Bus innerhalb von 150 Sekunden genug Energie für die nächste Tour. Die Testphase im regulären Fahrbetrieb ist auf 18 Monate angesetzt. Nach erfolgreichem Test soll das Infrastrukturmodell auch in andere Regionen übertragen werden.

Eine Schlüsseltechnologie kommt dabei von Adaptive Balancing Power aus Pfungstadt. Das System für Busse besteht aus einem Pufferspeicher und einem Pantografen. Die Lösnung sei deutlich schneller und um rund ein Drittel kostengünstiger zu installieren als herkömmliche HPC-Systeme am Markt.

Pufferspeicher funktioniert rein mechanisch

Anders als andere Schnelllade-Systeme, die auf eine Ladeinfrastruktur mit sehr hohen Stromdurchflüssen aus dem Mittelspannungsnetz angewiesen sind, komme die patentierte Technologie bereits mit Niederspannung aus. Sie verzichte überdies auf Batteriechemie und seltene Erden. Der Pufferspeicher funktioniert rein mechanisch mit einer Schwungmasse im Vakuum.

Hendrik Schaede-Bodenschatz, Geschäftsführer der Adaptive Balancing Power: „Wenn das Projekt die erwarteten Ergebnisse zeigt, kann Bensheim zu einer Blaupause für viele Regionen in Deutschland werden. Das ist ein wesentlicher Baustein, um die Mobilitätswende schneller voranzutreiben und es stärkt Deutschland als Standort für Innovation und wirtschaftliche Entwicklung.“

Die Batterie kann kleiner und leichter werden

Stand- und Ladezeiten von nur wenigen Minuten reichen, um den Bus für die nächste Strecke erfolgreich nachzuladen. Damit kann auf große Bus-Batterien verzichtet werden. Das mache die Anschaffung und den Betrieb der Busse rentabler. Außerdem erlaubt das Hochleistungs-Zwischenladen einen optimierten und umweltfreundlichen Prozess ohne Batterie während der Streckenfahrten der Linienbusse.

Gemeinsam mit Adaptive Balancing Power setzen vier weitere Konsortialpartner das Projekt um. Konsortialführer ist die Isabellenhütte Heusler aus Dillenburg, ein Hersteller von Messtechnikprodukten. Der Busbetrieb wird durch die Verkehrsgesellschaft Gersprenztal realisiert. CuroCon aus Zwingenberg realisiert die gesamte Leistungselektronik sowie die Kommunikation zwischen Ladeinfrastruktur und Bus. Das in Berlin ansässige Reiner Lemoine Institut leistet die wissenschaftliche Begleitung des Projekts. (wa)

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